Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Gegen die Einsamkeit - das Seniorenbüro in Deggendorf | BR24

© BR/Peter Kujath

Hilfe bei alltäglichen Fragen, beim Umgang mit Behörden oder technischen Geräten wie Tablets und Smartphones - das Seniorenbüro in Deggendorf hat sich als Anlaufstelle für die ältere Generation in der Stadt und im Umland etabliert.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Gegen die Einsamkeit - das Seniorenbüro in Deggendorf

Hilfe bei alltäglichen Fragen, beim Umgang mit Behörden oder technischen Geräten wie Tablets und Smartphones - das Seniorenbüro in Deggendorf hat sich als Anlaufstelle für die ältere Generation in der Stadt und im Umland etabliert.

Per Mail sharen
Teilen

Oft sind die Kinder in die Großstädte gezogen und zurück bleibt die ältere Generation mit ihren alltäglichen Problemen, erzählt Monika Huber, die Leiterin des Seniorenbüros in Deggendorf. Seit einem Jahr bietet sie Sprechstunden vor Ort oder per Telefon an, vermittelt die richtigen Kontakte oder sammelt Wünsche und Anregungen, um zum Beispiel wieder Seniorenfahrten zu den Thermen ins nahegelegene Rottal zu organisieren. Denn die eingeschränkte Mobilität ist oft ein Thema.

Hilfe bei angehender Demenz oder Seniorenfahrten in die Therme

"Ab und zu kommen auch die Kinder ins Seniorenbüro, um sich einen Rat zu holen, wie sie zum Beispiel ihre langsam dement werdende Mutter vom Autofahren abhalten können", berichtet Monika Huber. Auch der öffentliche Nahverkehr ist ein oft angesprochenes Thema. Denn die Busfahrpläne sind, wenn überhaupt noch vorhanden, zu klein zum Lesen und die Suche im Internet oder in der App nach der richtigen Abfahrtszeit ist für die alten Menschen kaum zu stemmen.

Tablet und App-Schulungen waren sofort ausgebucht

Zwei Schulungen in Sachen Internet und Apps konnte das Seniorenbüro bereits organisieren, die sofort ausgebucht waren. Helga Helfrich aus dem nahegelegenen Plattling musste sich nach 18 Jahren ein neues Handy besorgen und war angesichts der Möglichkeiten schlicht überfordert. Seit dem Kurs hat sie einen Laptop und ein Smartphone zu Hause. Die neuen Kommunikationsformen helfen, die verzweigte Familie zusammenzuhalten, erzählt Helga Helfrich. Vor einem Jahr sei ihre Mutter verstorben, bei der man sich regelmäßig getroffen hätte. Jetzt tausche man sich täglich über Whatsapp aus.

© BR/Peter Kujath

Helga Helfrich mit ihrem Ehemann und der neuen Technik

Die Themen Altersarmut und Vereinsamung will die Stadt Deggendorf in einer Kooperation mit der Technischen Hochschule grundsätzlich angehen und untersuchen, wie die Menschen am besten zu erreichen sind. Die Aktivitäten der Stadt am Zusammenfluss zwischen Donau und Isar hat bayernweites Interesse ausgelöst. Der Oberbürgermeister von Deggendorf, Dr. Christian Moser, ist für seine Bemühungen um eine aktive Bürgerbeteiligung und den neuen Wegen in der der Seniorenpolitik vor kurzem zu Bayerns "Bürgermeister des Jahres" gekürt worden.

Deggendorfs OB Bayerns "Bürgermeister des Jahres"

So eine Auszeichnung sei schon ein Ansporn und ein Auftrag für die Zukunft, so Oberbürgermeister Moser. Auch Monika Huber vom Seniorenbüro sieht sich mit ihrem Auftrag noch lange nicht am Ziel. Angesichts der geringen Rente alter Frauen, die ihre Kinder groß gezogen und bestenfalls im Niedriglohnsektor gearbeitet haben, ist sie froh, wenn sie diese bedürftigen Menschen zumindest an die Tafel in Deggendorf vermitteln kann.

Seniorentanzveranstaltung als Herzenswunsch

Ein wenig stolz ist die pensionierte Mitarbeiterin der Deggendorfer Stadtverwaltung, dass sie im Oktober einen Herzenswunsch vieler Seniorinnen und Senioren erfüllen kann. Dann findet eine Tanzveranstaltung mit Live-Band statt. Denn Ü30 oder Ü40 Partys gebe es auch auf dem Land einige, aber ein Angebot zum Senioren-Tanz sei nicht zu finden.