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Gegen den Trend: Coburger Schule setzt auf Schüleraustausch | BR24

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Die Freiherr-von-Rast-Berufsschule in Coburg unterhält bereits seit zehn Jahren ein Austauschprogramm mit Betrieben in ganz Europa.

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Gegen den Trend: Coburger Schule setzt auf Schüleraustausch

In Bayern gab es in den vergangenen Jahren immer weniger Schüleraustausche. Die Freiherr-von-Rast-Berufsschule in Coburg widersetzt sich dem Trend: Jedes Jahr machen sich 22 Schüler auf den Weg, um in Betrieben im EU-Ausland Erfahrungen zu sammeln.

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Auf dem Weg ins Sekretariat der Freiherr-von-Rast-Berufsschule in Coburg kommen Besucher am Thema "Europa" nicht vorbei: In der Aula stehen verschiedene Schautafeln. Darauf sind oberfränkische Schülerinnen und Schüler in Österreich, Schweden oder Belgien zu sehen. Oft stehen sie dabei an der Werkbank, aber auch Gruppenbilder von gemeinsamen Freizeitaktivitäten sind zu sehen.

Die Freiherr-von-Rast-Berufsschule betreibt seit vielen Jahren ein Austauschprogramm mit Betrieben im EU-Ausland. Für ihr Engagement ist die Schule im Oktober mit der Europa-Urkunde der Bayerischen Staatskanzlei ausgezeichnet worden.

Schüler aus dem Ausland kommen nach Coburg

Einer der Gründungsväter des Austauschprogramms ist Rolf Sander, der ehemalige stellvertretende Schulleiter. Trotz seines Ruhestands arbeitet er weiter für das Austauschprogramm, das es seit mehr als zehn Jahren gibt. "Der Grund war zunächst mal die Verbindung, die Coburg als Partnerstadt mit Oudenaarde in Flandern hatte", erzählt Sander. "Das war eigentlich der Auslöser dafür. Und im Laufe der Zeit hat man ganz einfach gemerkt, dass dieses Programm für unsere Schüler sehr, sehr positiv ist, es wird gut angenommen. Und auch von den Betrieben wurde unsere Arbeit sehr geschätzt."

Die Schülerinnen und Schüler, die an einem Austausch teilnehmen, sind dann für drei Wochen in einem Betrieb im Ausland und lernen dort die Arbeitsweisen und Abläufe kennen. Im Gegenzug kommen dann junge Menschen aus dem Ausland in die Region Coburg und schnuppern in oberfränkische Betriebe.

Mehr als beruflicher Austausch

Max Koop, 22 Jahre alt, ist bald ausgelernter Mechatroniker und war im vergangenen Jahr drei Wochen in Belgien. Der Austausch habe ihn sehr weitergebracht, sowohl beruflich als auch privat. Denn bei dem Aufenthalt geht es um mehr als das Fachliche im zukünftigen Beruf: Max hat zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern aus Deutschland und Belgien an einem Projekt über die Schrecken des Ersten Weltkriegs in Flandern teilgenommen – der europäische Gedanke ist ein zentraler Punkt bei dem Austausch-Programm.

Für Schulleiter Gerhard Schmid sind die Austausche eine Verpflichtung: "Als Schulleiter hier auch den europäischen Gedanken weiterzutragen und weitertragen zu können, also da bin ich schon sehr froh und auch sehr stolz darauf." Auch wenn die Organisation des Austauschs viel Arbeit mit sich bringt und Lehrerinnen und Lehrer viel Freizeit opfern, an der Berufsschule ist man sich einig: Es lohnt sich für alle, deshalb soll das Programm in Zukunft auch noch weiter ausgebaut werden.