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In der Corona-Pandemie wünschen sich mehr Menschen ein Haustier: Das Interesse an Hundewelpen und Katzenbabys ist groß, in den Tierheimen ist die Nachfrage stark gestiegen. In Neuburg allerdings beobachten das Tierschützer mit Besorgnis.

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Gegen den Corona-Blues: Nachfrage nach Haustieren groß

In der Corona-Pandemie wünschen sich mehr Menschen ein Haustier: Das Interesse an Hundewelpen und Katzenbabys ist groß, in den Tierheimen ist die Nachfrage stark gestiegen. In Neuburg allerdings beobachten das Tierschützer mit Besorgnis.

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Von
  • David Donocik

Es kläfft und miaut in der Vermittlungsstelle des Tierschutzvereins Neuburg-Schrobenhausen - rund ein Dutzend Katzen und Hunde laufen durch die Gänge und warten auf neue Herrchen oder Frauchen. Die Nachfrage nach einem Haustier ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Das berichten auch die Tierheime in Ingolstadt oder München. Eine Begleiterscheinung der Corona-Pandemie.

Haustiere als Lückenbüßer

Einsamkeit und Langeweile verstärkten den Wunsch nach einem Haustier, schätzt Gerd Schmidt, der Vorsitzende des Tierschutzbundes Neuburg-Schrobenhausen: "Die Leute sind einsam, ihnen fällt die Decke auf den Kopf, die Kinder brauchen Beschäftigung." Er befürchtet, dass viele Interessenten gerade jetzt mit einem Haustier eher eine Art Lückenbüßer suchten und sich nicht über die lebenslange Verantwortung im Klaren seien.

Interessenten werden sorgfältig geprüft

Die mögliche Folge: Die frischen Besitzer kommen mit ihren Tieren langfristig nicht klar und geben sie wieder zurück. Daher hat Schmidt vielen Interessenten eine Absage erteilt: "Jetzt sind wir bei der Vermittlung noch vorsichtiger. Mir ist es wichtig, dass die Menschen über den Tellerrand hinausschauen und ein ehrliches Interesse haben. Kann man sich auch nach einem Lockdown ohne Homeoffice um das Tier kümmern?"

Clemens Schreiner aus Pollenfeld hat sich im Lockdown wie viele andere auch, eingeengt gefühlt. Ihm wurde eine Border Collie-Hündin vermittelt. "Mir war bewusst, dass ich genau unter die Lupe genommen werde," sagt Schreiner. Doch er konnte dem Neuburger Tierheim glaubhaft versichern, sich gut um das Tier zu kümmern. Schreiner ist mit Hunden aufgewachsen und wollte sich nach dem Tod seines letzten Hundes wieder ein Tier ins Haus holen.

Finanzielle Engpässe bei Tierheimen

Auch im Tierheim in Ingolstadt habe es 2020 deutlich mehr Anfragen für Haustiere gegeben, berichtet die kommissarische Leiterin Silvia Welz. Vermittelt wurde aber nur in etwa die gleiche Anzahl wie früher.

Trotz gestiegener Nachfrage stecken viele Tierheime jedoch in finanziellen Nöten. Eine wesentliche Einnahmequelle war sowohl in Ingolstadt als auch im Heim in Rennertshofen bei Neuburg die Urlaubsbetreuung von Haustieren. In Rennertshofen etwa fehlen so über 50.000 Euro. Trotzdem sieht sich das Tierheim gut aufgestellt - unter anderem dank vieler großzügiger Spenden.

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