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Gegen das Vergessen: Dreiländer-Holocaust-Gedenktag in Passau | BR24

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Beim trinationalen Gedenkakt von Bayern, Tschechien und Oberösterreich haben die Politiker in ihren Reden die hostorische Verantwortung betont und vor neuem Antisemitismus gewarnt.

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Gegen das Vergessen: Dreiländer-Holocaust-Gedenktag in Passau

Vertreter aus Bayern, Tschechien und Österreich treffen sich in Passau, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Bereits im Mai hatte Landtagspräsidentin Aigner den grenzüberschreitenden Tag bei einem Besuch in Prag vorgeschlagen.

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Heute findet in Passau der Dreiländer-Holocaust-Gedenktag des Bayerischen Landtags statt. Hintergrund dieses Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Am Vormittag wollen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Karl Freller (CSU) und der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) einen Kranz am Holocaust-Mahnmal an der Passauer Innpromenade niederlegen.

Zeitzeuginnen aus Tschechien und Österreich

Am frühen Mittag beginnt dann die Gedenkveranstaltung im Audimax der Universität Passau. Dabei werden auch Vertreter der Nachbarländer Tschechien und Österreich erwartet. Ihr Kommen zugesagt haben unter anderem der Präsident des tschechischen Abgeordnetenhauses Radek Vondracek und der Landtagspräsident von Oberösterreich Viktor Sigl. Zu den angekündigten Rednern gehört auch Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Außerdem ist ein Gespräch mit zwei Zeitzeuginnen aus Tschechien und Österreich geplant: Die 92-jährige Bohumila Havránková ist Überlebende des KZ Theresienstadt und die Familie der 88-jährigen Anna Hackl aus Oberösterreich hat geflüchtete KZ-Häftlinge versteckt und gerettet.

Schüler berichten über Zivilcourage ihrer Stadt während der NS-Zeit

Geplant ist zudem, dass Schüler der Bonhoeffer-Mittelschule aus Schönberg über Zivilcourage ihrer Stadt während der NS-Zeit berichten. Umrahmt wird die Veranstaltung von Musik. So wird zum Beispiel das traditionelle, jüdische Lied "Shalom Aleijem" von Chören des Gymnasiens Budweis und des Adalbert Stifter Gymnasiums Passau vorgetragen. Die Veranstaltung wird live im BR Fernsehen und im Hörfunk übertragen.

© BR/Anne-Lena Schug

Die geladenen Gäste des Dreiländer-Holocaust-Gedenktags in Passau

© BR/Anne-Lena Schug

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) vor dem Passauer Holocaust-Mahnmal

© BR/Anne-Lena Schug

Vertreter aus Bayern, Tschechien und Österreich nehmen in Passau an der Gedenk-Veranstaltung Teil

© BR/Anne-Lena Schug

Vor den Linsen vieler Journalisten legt Landtagspräsidentin Aigner einen Kranz am Mahnmal ab

© BR/Anne-Lena Schug

Ilse Aigner spricht im Audimax der Universität Passau

Klares Zeichen gegen Vergessen und wiederaufflammenden Rassismus

Den länderübergreifenden Gedenktag hatte Landtagspräsidentin Aigner bereits im Mai bei einem Besuch in Prag vorgeschlagen. Bei einer Ansprache im tschechischen Abgeordnetenhaus legte sie einen gemeinsamen Gedenkakt Bayerns mit Tschechien und Österreich nahe, um ein klares Zeichen gegen das Vergessen und wiederaufflammenden Rassismus zu setzen.

"75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz soll diese Gedenkfeier ein Symbol werden für unsere enge und gutnachbarschaftliche Verbundenheit als europäische Brüder und Schwestern." Landtagspräsidentin Ilse Aigner im Mai 2019

Der Bayerische Landtag veranstaltet jedes Jahr in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bayerische Gedenkstätten einen Gedenktag, der international am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, am 27. Januar begangen wird.

Mögliche Verkehrsbehinderungen

Die Polizei in Passau geht davon aus, dass es ab dem Vormittag (09.30 Uhr) in der Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Vor allem in der Innstraße und der Gottfried-Schäffer-Straße während der Kranzniederlegung. Um die Zu- und Abfahrt der Ehrengäste und Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft zu gewährleisten, müssen die beiden Straßen zeitweise gesperrt werden.

LIVESTREAM beendet
14.01.2020, Passau - Das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus an der Innpromenade. Erschaffen vom österreichischen Bildhauer Wolfgang Kirchmayr - Enthüllung fand am 10. November 1996 statt. Ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern.

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