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Gefangene der JVA Straubing fordern mehr Telefonzeit | BR24

© dpa-Bildfunk

Gefangene der JVA Straubing fordern mehr Telefonzeit (Symbolbild)

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    Gefangene der JVA Straubing fordern mehr Telefonzeit

    In einer Petition, die dem Landtagsabgeordneten Toni Schuberl (Grüne) übergeben wird, fordern Insassen der Justizvollzugsanstalt in Straubing mehr Telefonzeit. Sie dürfen bisher nur alle zwei Monate 20 Minuten telefonieren.

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    Gefangene der Straubinger Justizvollzugsanstalt übergeben heute eine Petition an den Landtagsabgeordneten Toni Schuberl (Grüne), in der sie mehr Telefonzeit fordern. Denn ein regelmäßiger Kontakt zu Angehörigen ist den Inhaftierten außerhalb von Besuchszeiten in Bayern nicht möglich.

    25.000 Menschen haben Petition unterschrieben

    Die Inhaftierten wollen, dass Bayern mit den anderen Bundesländern gleichzieht, wo Telefonsysteme auf den Gängen und liberale Telefonzeiten längst üblich sind. Gestartet wurde die Petition "Isolation ist keine Option!" im April - knapp 25.000 Menschen haben die Petition bis jetzt unterschrieben.

    Alle zwei Monate 20 Minuten Telefonzeit für Gefangene

    Die JVA Straubing lässt ihre Häftlinge, die keinen Besuch erhalten, alle zwei Monate für etwa 20 Minuten ein Telefonat mit einem direkten Familienmitglied führen. Laut JVA Straubing soll dies ausreichen, um einer Entfremdung der Gefangenen zu ihren Familien entgegenzuwirken. Die Häftlinge sehen das anders: Insassen der JVA Straubing, die in der GMV (GefangenenmitVerantwortung) organisiert sind, fordern bezüglich der Telefonpraxis eine "Angleichung an das Bundesrecht, das in den restlichen Bundesländern bereits seit Jahrzehnten Verwendung findet."

    Bayern soll fortschrittlicher werden

    Unterstützt wurde die Petition unter anderem von Rechtsanwalt Thomas Galli, ehemaliger Leiter zweier Justizvollzugsanstalten: "Ich stehe mit voller Überzeugung hinter dem Anliegen, Inhaftierten einen regelmäßigen telefonischen Kontakt mit ihren Angehörigen und Freunden zu ermöglichen." Die äußerst restriktive Haltung des bayerischen Strafvollzuges sei in vielen Fällen menschenunwürdig. Sie konterkariere die Resozialisierungschancen der Gefangenen und diene damit letztlich auch nicht der Sicherheit der Allgemeinheit, so Galli. Bayern sollte sich seiner Ansicht nach an den fortschrittlicheren Vollzugssystemen etwa in Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen orientieren, wo es Inhaftierten seit langem grundsätzlich ermöglicht wird, zu telefonieren.

    Vergangenen Mittwoch wurde die Petition auch im Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags eingereicht.

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