Die Verdichterstation Waidhaus versorgt als Eingangstor für russisches Erdgas Deutschland, Frankreich, Italien, Schweiz und via Belgien die britischen Inseln.
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Die Verdichterstation Waidhaus versorgt als Eingangstor für russisches Erdgas unter anderem Deutschland, Frankreich und Italien.

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Gefahr von Sabotage auf Gas- und Ölleitungen in Ostbayern?

Gefahr von Sabotage auf Gas- und Ölleitungen in Ostbayern?

Nach der mutmaßlichen Sabotage auf die Nord-Stream-Leitungen in der Ostsee stellt sich die Frage, ob auch die Öl- und Gasleitungen in Niederbayern und der Oberpfalz gefährdet sind oder ob sogar stärkere Bewachung der Leitungen nötig ist.

Wie die Lecks in den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee entstehen konnten, ist bislang unklar. Doch die Stimmen, die einen gezielten Sabotageakt als Ursache vermuten, werden immer mehr. Stellt sich die Frage, ob auch die Öl- und Gasleitungen in Niederbayern und der Oberpfalz gefährdet sind. Konkret geht es um die Gasleitungen von Oberkappel und von Waidhaus ins Bundesgebiet sowie um die Ölleitung MERO von Tschechien nach Ingolstadt.

Seit 1996 keine Sabotage auf MERO-Ölleitung

Seit der Inbetriebnahme 1996 habe es keine Sabotage auf die MERO-Ölleitung gegeben, so der gleichnamige Betreiber auf BR-Nachfrage. Es sei unwahrscheinlich, dass die Leitung von außen beschädigt werden könne: Die Leitung liege gut einen Meter unter der Erde. Außerdem werde die etwa 180 Kilometer lange Strecke von Furth im Wald über Regensburg und Kelheim nach Ingolstadt wöchentlich mit einem Hubschrauber abgeflogen, täglich seien Mitarbeiter entlang der Trasse unterwegs, so ein MERO-Sprecher.

Bisher keine verstärkte Überwachung

Neben der MERO-Ölleitung, die jährlich rund 10 Millionen Tonnen Öl transportiert, verlaufen auch zwei Gasleitungen durch Ostbayern. Ausgangspunkt sind Waidhaus in der Oberpfalz und Oberkappel an der deutsch-österreichischen Grenze. Auch hier habe es bisher keine Sabotageversuche gegeben, teilt das Polizeipräsidium Niederbayern mit. Ob die Gasleitungen in Folge der Sabotage auf die Nord-Stream-Leitungen stärker bewacht werden, sei derzeit offen, so ein Polizeisprecher.

Auch dem Polizeipräsidium Oberpfalz sind auf BR-Anfrage keine Beschädigungen oder Sabotagen gemeldet worden. Doch: "Derartige Versorgungsleitungen sind seit jeher besonders gesichert und stehen im Focus der Betreiber sowie auch der Sicherheitsbehörden. Die Situation wird regelmäßig bewertet. Gegebenenfalls werden angemessene Maßnahmen getroffen."

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