BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Gefängnisstrafen: Filmreife Flucht nach Diebstahl bei Feuerwehr | BR24

© BR

Zwei Polizeiautos der Münchner Polizei fahren mit Blaulicht

3
Per Mail sharen
Teilen

    Gefängnisstrafen: Filmreife Flucht nach Diebstahl bei Feuerwehr

    Sie hatten den Rettungsspreizer der Feuerwehr im oberbayerischen Erlstätt gestohlen und flüchteten über die Autobahn nach Österreich. Um die Polizei zu stoppen, warfen sie Metallzacken. Jetzt wurden die Täter zu hohen Haftstrafen verurteilt.

    3
    Per Mail sharen
    Teilen

    Mit dem Diebstahl des Rettungsspreizers der Freiwilligen Feuerwehr Erlstätt (Landkreis Traunstein) Anfang März 2019 und der anschließenden Flucht über die Autobahn nach Österreich haben zwei slowakische Staatsangehörige für großes Aufsehen in der Region gesorgt.

    Filmreife gefährliche Verfolgungsjagd auf der A8

    Nach dem Diebstahl des 20.000 Euro teuren Rettungsspreizers waren die Täter mit einem Audi A6 und mit über 250 Stundenkilometern auf der A8 in Richtung Österreich geflohen. Dabei warfen sie auch sogenannte Krähenfüße auf die Fahrbahn - Metallzacken, die Reifen beschädigen können. Deshalb mussten Polizeifahrzeuge die Verfolgung einstellen. Die Reifen mehrerer Fahrzeuge wurden zerstört.

    © Polizeipräsidium Oberbayern Süd

    Einer der "Krähenfüße", die die Verurteilten bei ihrer Flucht verwendeten

    International tätige slowakische Verbrecherbande

    Die Ermittler gingen von Anfang an davon aus, dass es sich bei den beiden Dieben um international tätige Verbrecher handelt. Deshalb wurde mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich zusammengearbeitet. Dabei wurden laut Polizei schnell Tatzusammenhänge zu einer slowakischen Tätergruppe hergestellt, die für eine Serie von Kfz-Diebstählen und Aufbrüchen von Geldautomaten in Deutschland, Österreich und Polen verantwortlich ist.

    Zwei Mitglieder dieser Tätergruppe konnten im vergangenen November in Wien festgenommen werden. Den 36 und 44 Jahre alten Slowaken konnte auch der Diebstahl bei der Feuerwehr in Erlstätt zugerechnet werden, den beide Männer auch gestanden.

    Höchste Sicherheitsvorkehrungen im Gerichtssaal

    Da die meisten Taten in Österreich begangenen wurden, fand der Prozess gegen vor dem Landesgericht Korneuburg in Niederösterreich statt - unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Die beiden Angeklagten wurden durch das österreichische Einsatzkommando Cobra bewacht.

    Das Gericht verurteilte sie zu Gesamtfreiheitsstrafen von acht Jahren und zehn Monaten beziehungsweise acht Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe. Der von den beiden Slowaken angerichtete Schaden wurde vor Gericht auf 4,6 Millionen Euro beziffert.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!