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Ein Geschenke-Schnäppchen aus dem Internet? Produktfälschungen sehen oberflächlich aus wie das Original. Oft funktionieren sie nicht richtig oder gehen schnell kaputt - im schlimmsten Fall sind sie giftig oder sogar explosiv.

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Gefälschte Produkte: Verbraucherzentrale warnt vor Plagiaten

Die Weihnachtszeit ist die Zeit des Schenkens. Doch was, wenn die Schenk-Freude Ärger mit dem Zoll einbringt oder gesundheitliche Probleme nach sich zieht? Die Verbraucherzentrale warnt vor vermeintlichen Schnäppchen, denn diese sind oft Plagiate.

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Von
  • Nannette Stegner
  • Franziska Drexler

Im Jahr 2019 hat der Zoll in Deutschland gefälschte Waren in einem Gesamtwert von knapp 225 Millionen Euro beschlagnahmt. Für Käuferinnen und Käufer haben die Fake-Produkte ebenfalls Folgen. Im Bestfall kostet das verlockende Angebot aus dem Online-Shop "nur" nachträglich Geld. Im schlimmsten Fall kann die Billigware gefährlich werden. Ob ein explodierender Akku, nutzlose Medikamente oder Giftstoffe im Spielzeug – wer auf Schnäppchenjagd geht, sollte aufpassen, rät die Verbraucherzentrale.

Jahrelange Entwicklungsarbeit wird abgekupfert

Paul Heinz Bruder, der Firmenchef eines Fürther Spielzeugherstellers ist jedes Mal wieder verärgert, wenn es um Plagiate geht. Jahrelange Entwicklungsarbeit steckt in den Spielsachen. Da wird getüftelt und geprüft, damit das Produkt guten Gewissens ans Kind gebracht werden kann. Genau diese Arbeit sparen sich die Nachahmer, beklagt Paul Heinz Bruder. Sie werfen die Plagiate für die Hälfte des Preises auf den Markt. Das schadet den Unternehmen. Ein Nachahmer-Produkt kann aber auch für den Käufer teuer werden.

Das spricht für eine Fälschung

Tatjana Halm ist Rechtsanwältin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Sie erklärt, dass der Zoll bei Einfuhr von Fälschungen die Ware beschlagnahmt. Dadurch können für die Kunden zusätzliche Kosten entstehen. Es kann sogar eine Strafanzeige wegen der Verletzung von Markenrechten geben. Deshalb ist beim Internet-Shopping Vorsicht geboten. Werden Markenprodukte um 50 Prozent reduziert angeboten, obwohl sie aktuell sehr gefragt sind, sollten Schnäppchen-Jäger misstrauisch werden. Ein weiterer Tipp: Immer nach dem Impressum auf der Homepage schauen. Ist das unvollständig oder fehlt, deutet das auf einen sogenannten Fake-Shop hin.

Internetplattformen erkennen Plagiate-Problematik

Bei der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken sieht Jurist Oliver Baumbach, dass Internetplattformen inzwischen versuchen, sich von den schwarzen Schafen abzugrenzen. Amazon bietet zum Beispiel ein Programm namens "Transparency" an. Dabei können Hersteller ihre Produkte mit einem Code versehen. Jedes Mal, wenn ein Produkt gekauft wird, scannt Amazon den Code und kann so Fälschungen erkennen und gegebenenfalls nicht versenden.

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