BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Gefährliche Tigermücke in Fürth: Gekommen, um zu bleiben? | BR24

© BR

Die asiatische Tigermücke breitet sich aus - wie hier in einer Fürther Kleingartenanlage. Da sie gefährliche Krankheiten übertragen kann, hat die Stadt Fürth ein Monitoring-Programm gestartet.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Gefährliche Tigermücke in Fürth: Gekommen, um zu bleiben?

Die asiatische Tigermücke richtet sich offenbar in Fürth häuslich ein. 2019 wurde das Krankheiten übertragende Insekt erstmals in einer Kleingartenanlage entdeckt. Jetzt steht fest, dass sie dort überwintert hat und sich wohlfühlt.

Per Mail sharen

Die asiatische Tigermücke ist nicht ohne. Sie kann tückische Krankheiten übertragen, die durch Dengue-, Zika- oder Gelbfieber-Virus ausgelöst werden. Wenn sie eine infizierte Person sticht, ist es möglich, dass sie Krankheitserreger weiterträgt. In Deutschland sind Dengue-, Zika- und Gelbfieber-Viren noch nicht angekommen. Die Tigermücke allerdings schon. In der Kleingartenanlage Süd in Fürth fühlt sie sich wohl.

Erkennungszeichen der Tigermücke: Weiße Linien auf dem Körper

Ursula Zahn vom Vorstand der Kleingärtner hat einige asiatische Tigermücken gefangen und in einer Brotdose dabei. Biologin Silke Göttler begutachtet die Exemplare und bestätigt, was Ursula Zahn vermutet hat: es handelt sich um die asiatische Tigermücke. Ihre Erkennungszeichen: Weiße Linien und ein schwarz-weißer Kontrast auf dem Körper.

Spezialfirma sucht nach der Tigermücke in Fürth

Weil sie nicht ungefährlich ist, will die Stadt Fürth die Tigermücke bekämpfen. Sie hat eine Regensburger Spezialfirma beauftragt. Sie soll herausfinden, wo in der Stadt sich die Tigermücke ausgebreitet hat. Biologin Silke Göttler arbeitet für die Firma und ist der Tigermücke in Fürth auf der Spur. Sie hat herausgefunden, dass sie sich in der Kleingartenanlage in Fürth und in einem nahegelegenen Wohngebiet ausgebreitet hat. Wichtig sei es, dass die Tigermücke nicht weiterwandert, sagt Göttler.

„Ganz wegbekommen werden wir sie nicht, aber man kann sie eindämmen. Dazu müssen Maßnahmen ergriffen werden - und das ist vor allem die Brutstättenbeseitigung.“ Silke Göttler, Biologin
© BR/Daniel Peter

Hier fühlt sich die asiatische Tigermücke wohl: Die Kleingartenanlage Fürth-Süd

Tigermücke fühlt sich in der kleinsten Pfütze wohl

Die Tigermücke brütet am liebsten dort, wo es feucht ist. Vogeltränken, Gießkannen, Regentonnen oder Dachrinnen – überall, wo sich Wasser befindet, kann sie ihre Larven ablegen. Deshalb, so rät die Biologin, sollte jede noch so kleine Wasserpfütze entfernt werden.

Stadt Fürth will eine Verbreitung verhindern

Die Stadt Fürth will verhindern, dass sich die Tigermücke über die Kleingartenanlage Süd hinaus ausbreitet, und zwar mit Hilfe von Biozid-Tabletten. Diese werden ins Wasser gelegt und zerstören die Larven. Das Fürther Umweltamt plant, diese Biozid-Tabletten demnächst an die Kleingärtner und die Bewohner in der angrenzenden Siedlung zu verteilen. Einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht, so Jürgen Tölk vom Umweltamt. Auf keinen Fall will die Stadt die asiatische Tigermücke als Neubürger akzeptieren.

Tigermücke seit 2015 in Bayern

Seit 2015 gibt es die tropische Tigermücke auch in Bayern. Sie wurde neben Fürth an elf weiteren Standorten nachgewiesen. In den vergangenen Jahren hatten sich Menschen in Deutschland mit Krankheiten infiziert, die eigentlich nur von Reiseheimkehrern aus den Tropen bekannt waren.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!