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Mountainbiker, die abseits der Wege durch den Wald brettern und illegale Trails anlegen - darüber klagen Förster in ganz Bayern. Ein Gemeinschaftsprojekt in Bamberg zeigt, dass es anders geht.

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Projekt gegen illegale Mountainbiker-Pfade in Bamberg

Mountainbiker gefährden mit ihren illegalen Pfaden das Biotop Wald. Zum Ärger von Naturschützern und Staatsforsten. Ein gemeinsames Projekt von Bikern und Förstern zeigt, dass es anders gehen könnte.

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Von
  • BR24 Redaktion

In Bayerns Wäldern entstehen immer wieder neue Mountainbike-Pfade, sogenannte "Trails", etwa in den Haßbergen in Unterfranken. Auch wenn die Waldbesitzer die illegalen Wege regelmäßig sperren, suchen sich die Anhänger der Trendsportart schon wieder neue - ein Katz- und Mausspiel. Aber warum lassen die Grundstückseigentümer den abenteuerlustigen Bikern nicht einfach ihren Spaß?

Der Grund: Sie haften, wenn es auf so einem Trail zu einem Unfall kommt. Das betont Peter Palecek von den Bayerische Staatsforsten. Er leitet das Forstrevier Baunach im Landkreis Bamberg. Obwohl die Saison gerade erst begonnen habe, sei es erst am letzten Wochenende wieder zu einem Unfall gekommen, sagt Palecek. Und: Es kommen immer mehr Biker aus Schweinfurt, Würzburg und Bamberg in die Haßberge.

Strecken der Biker in den Haßbergen verfünffacht

Laut der Kartierung von Peter Palecek hat sich die Streckenlänge der Trails seit 2010 verfünffacht. Und das auf Kosten des Waldes, sagt der Förster: Das Wild werde aufgescheucht und vertrieben, der Waldboden abgetragen und junge Bäume würden niedergewalzt. Hier leben zum Beispiel die Wildkatze und der Uhu, sagt er. Aber nur, wenn es keine Störungen im Gelände gibt.

Viele Förster und Waldbesitzer fühlen sich hilflos: Mehr als die Trails blockieren konnten sie bisher nicht - eine Sisyphusarbeit.

Legale Trails mit klaren Regeln

Im Forstrevier Bamberg geht man nun einen anderen Weg. Die Bayerischen Staatsforsten und die Biker-Szene haben sich zusammengetan und ein Areal für einen legalen Biker-Trail ausgewiesen. Hier dürfen die Mountainbiker selber bauen. Einer von ihnen ist Oliver Sonntag. Er hat für den legalen Trail extra den Verein "Zweiradsportler Bamberg" gegründet. Er möchte das Rowdy-Image der Waldradler aufpolieren und seinen Mitstreitern auf gut gebauten, soliden und legalen Trails Spaß ermöglichen.

Die Bauweise der Trails ist klar geregelt: ein Meter Breite, nur natürliche Materialien und keine Zerstörung der Kulturen. Außerdem übernimmt der Verein die Haftung, wenn jemand verunglückt.

Bald weniger illegale Trails?

Derzeit wird an einem Vertrag zwischen Staatsforst und Mountainbikern gearbeitet, um das Projekt juristisch wasserdicht zu machen. Berthold Schultheiß von den Bayerischen Staatsforsten hofft, dass der legale Trail dafür sorgt, dass in der Wildnis der Haßberge in Zukunft weniger illegale Trails entstehen.

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Die Tillmann-Brüder sind begeisterte Mountainbiker und erfahrene Filmemacher. Für ihre Mountainbike-Doku "The Old World" haben sie ausschließlich in Europa gedreht und faszinierende Bilder einer faszinierenden Sportart eingefangen.

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