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Gefährliche Bakterien: Fünfter Meningokokken-Fall in Oberbayern | BR24

© picture alliance / Sven Simon

Ein Kind wird geimpft

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    Gefährliche Bakterien: Fünfter Meningokokken-Fall in Oberbayern

    Innerhalb weniger Monate haben sich fünf Menschen im Landkreis Ebersberg mit einem seltenen und gefährlichen Meningokokken-Erreger infiziert. Das Gesundheitsamt Ebersberg hat deshalb eine kostenlose Impfaktion gestartet.

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    Erneut ist ein seltener und gefährlicher Meningokokken-Erreger im südlichen Landkreis Ebersberg aufgetreten. Die ersten beiden Infektionen wurden im März verzeichnet, die dritte Ende Mai, die vierte im August. Nun gab es einen fünften Fall.

    Mädchen aus dem Landkreis München angesteckt

    Eine 13-Jährige aus dem Landkreis München hat sich wohl bei einem Berghüttenfest angesteckt, bei dem auch Bewohner des Landkreises Ebersberg dabei waren. Es wurde derselbe Erregerstamm wie bei den Ebersberger Fällen festgestellt, so Hermann Büchner, der Leiter des Ebersberger Gesundheitsamtes.

    Kostenlose Impfaktion im Gesundheitsamt Ebersberg

    Diese und nächste Woche können sich alle Jugendlichen im Alter zwischen 15-24 Jahren, die im südlichen Landkreis Ebersberg leben oder arbeiten, jeweils von Montag bis Mittwoch impfen lassen. 100 Jugendliche wurden bereits gegen Meningokokken-C geimpft, 550 haben sich für die nächsten Tage noch angemeldet, so Hermann Büchner vom Gesundheitsamt. Die Kosten übernimmt der Freistaat. Für Hermann Büchner zumindest eine Teillösung. Er empfiehlt jedem, der in den betroffenen Regionen wohnt, dort arbeitet oder soziale Kontakte hat, eine Impfung und hat wenig Verständnis, dass die Krankenkassen so hartnäckig sind. Erwachsene müssen die 60 bis 80 Euro teure Impfung in den meisten Fällen selbst zahlen.

    💡 Was sind Meningokokken?

    Bei Meningokokken handelt es sich um Bakterien, die sich bei Menschen im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln können und oft gar keine Beschwerden verursachen. Deswegen können auch gesunde Personen die Bakterien übertragen. Wenn sie sich aber im Körper verbreiten, kommt es zu einer Infektion. Übertragen werden Meningokokken durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion, also durch Anniesen, Anhusten oder auch Küssen.

    Symptome einer Meningokokken-Erkrankung

    Zu den ersten Anzeichen einer Erkrankung zählen grippeähnliche Symptome:

    • hohes Fieber
    • Schüttelfrost
    • Kopfschmerzen
    • Schwindel
    • Benommenheit bis hin zu Bewusstseinsstörungen
    • plötzlich schweres Krankheitsgefühl
    • Lichtempfindlichkeit
    • Gelenk- und Muskelschmerzen
    • Erbrechen und Nackensteifigkeit (bei Hirnhautentzündung)
    • großflächige Hauteinblutungen (bei Sepsis)
    • Beinschmerz
    • kalte Hände und Füße
    • sehr blasse Haut

    Eine wichtiges Warnsignal sind rot-violette Hautflecken. Diese Hautblutungen verschwinden nicht, wenn man mit einem Trinkglas dagegen drückt. Sie sind Zeichen einer Blutvergiftung. Diese Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten, sie können sich auch innerhalb weniger Stunden oder Tage entwickeln oder gar nicht.