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Gefährdeter Gartenschläfer: Nachwuchs in Unterfranken entdeckt | BR24

© BN/Sven Büchner

Ein Gartenschläfer: die kleinen Bilche sind sehr gefährdet.

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Gefährdeter Gartenschläfer: Nachwuchs in Unterfranken entdeckt

Der Fund von fünf verwaisten Gartenschläfer-Jungen im unterfränkischen Miltenberg macht dem Bund Naturschutz in Bayern (BN) mit Sitz in Nürnberg Hoffnung. Wie die Naturschützer mitteilen, sind die Nagetiere in Bayern sehr selten geworden.

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Mit dem sechsjährigen Großprojekt "Spurensuche Gartenschläfer" will der Bund Naturschutz (BN) in Bayern herausfinden, warum die Zahl der Gartenschläfer in kurzer Zeit so dramatisch zurückgegangen ist. "Der starke Rückgang des Gartenschläfers macht uns große Sorgen. Deswegen begeben wir uns mit sehr großem Aufwand seit einem Jahr mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern auf die Suche nach den Gartenschläfern“, so Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN.

Aufpäppeln und in die Freiheit entlassen

Bisher konnten die Tiere mit der auffälligen "Zorro"-Maske nur noch im Fichtelgebirge, im Frankenwald und im Allgäu nachgewiesen werden. Nun kommen noch die Jungtiere in Unterfranken hinzu. Die Kleinen wurden bei der Wildtierhilfe Odenwald abgegeben. Dort sollen sie aufgepäppelt und dann wieder freigelassen werden. "Zuletzt wurde in der Region vor vier Jahren ein Gartenschläfer nachgewiesen. Wir hatten schon befürchtet, dass der Bestand hier ausgestorben ist. Deswegen freuen wir uns riesig über den Fund und hoffen, dass in der Folge weitere Nachweise gelingen", kommentiert Uwe Friedel vom Artenschutzreferat des BN.

Gartenschläfer-Sichtungen bitte melden

Aus Anlass des Fundes in Miltenberg soll dort nun die Suche nach Gartenschläfern intensiviert werden. Weitere Untersuchungsgebiete sind in diesem Jahr der Frankenwald, das Fichtelgebirge, der Steinwald, der Bayerische Wald und das Ober- und Ostallgäu. Der BN ruft die Bevölkerung in ganz Bayern auf, Sichtungen von Gartenschläfern direkt per E-Mail unter "gartenschlaefer@bund-naturschutz.de" oder online auf www.gartenschlaefer.de zu melden.

Allesfressender Winterschläfer

Gartenschläfer zählen zu den Nagetieren und gehören wie der Siebenschläfer und die Haselmaus zur Familie der Schlafmäuse, genannt Bilche. Auch der Gartenschläfer hält Winterschlaf. In vielen Regionen ist der etwa zwölf bis 17 Zentimeter große Allesfresser mit dem langen Schwanz bereits ausgestorben.

© BR

Der Bund Naturschutz befürchtet, dass sie vielerorts in Bayern sogar ausgestorben sein könnten. Er hat deshalb das Projekt "Spurensuche Gartenschläfer" gestartet. In der Oberpfalz gab es den ersten Zufallstreffer.

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