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Gedenkveranstaltung für die Opfer der "Nürnberger Rassengesetze" | BR24

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Am heutigen Sonntag jährt sich die Verkündung der "Nürnberger Rassengesetze" zum 84. Mal. Bei einer Gedenkveranstaltung haben Politiker und Vertreter des Verbands Deutscher Sinti und Roma in Nürnberg Kränze niedergelegt.

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Gedenkveranstaltung für die Opfer der "Nürnberger Rassengesetze"

Am gestrigen Sonntag jährte sich die Verkündung der "Nürnberger Rassengesetze" zum 84. Mal. Bei einer Gedenkveranstaltung haben Politiker und Vertreter des Verbands Deutscher Sinti und Roma in Nürnberg Kränze niedergelegt.

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Am gestrigen Sonntag vor 84 Jahren wurden die "Nürnberger Rassengesetze" verkündet. Mit einer Gedenkfeier und Kranzniederlegungen hatl man an die Opfern erinnern, zu denen auch viele Sinti und Roma gehörten.

Die Angehörigen dieser Minderheit wurden – neben jüdischen Bürgern – im Dritten Reich den diskriminierenden Bestimmungen der Gesetze unterworfen. Viele Sinti und Roma wurden in Konzentrationslager deportiert, weil sie mit sogenannten arischen Partnern zusammenlebten.

Ein Leben im Erinnerungsschatten der Geschichte

Schätzungen zufolge seien etwa 500.000 Sinti und Roma Opfer der systematischen Vernichtung geworden, sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) bei der Gedenkveranstaltung am Mahnmal für von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma. Sie lebten bis heute im Erinnerungsschatten der Geschichte. Es sei eine gesellschaftliche Verpflichtung, sich gegen die Ausgrenzung von Minderheiten, für Gleichberechtigung, für den Schutz der Menschenwürde und die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen.

Schneeberger: "Rechtsradikale Strömungen finden Widerhall"

Mit großer Sorge sieht der Landesverbandsvorsitzende der Deutschen Sinti und Roma Erich Schneeberger die rechtsradikalen Strömungen in Deutschland. Diese fänden mittlerweile bis in die Mitte der Gesellschaft Widerhall: "74 Jahre nach dem Holocaust darf es hierfür in diesem Land keinen Platz geben", sagte Schneeberger in seiner Gedenkrede.

"Blutschutzgesetz" und "Reichsbürgergesetz"

Die "Nürnberger Rassengesetze" wurden am 15. September 1935 während des 7. Reichsparteitags der NSDAP erlassen. Das "Blutschutzgesetz" verbot Eheschließungen zwischen Juden und "Deutschblütigen". Das "Reichsbürgergesetz" würdigte alle Menschen jüdischen Glaubens zu Staatsbürgern mit eingeschränkten Rechten herab.

© BR/ Nicole Schmitt

Wider das Vergessen: Politiker und Vertreter des Verbands Deutscher Sinti und Roma haben in Nürnberg Kränze niedergelegt.