Ein Raum des Kolumbariums
Bildrechte: Riccardo Altieri

Die Gedenktafel wurde vor diesem Kolumbariums im Lager Theresienstadt angebracht.

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    Gedenktafel für Unterfrankens Shoa-Opfer im Lager Theresienstadt

    Gedenktafel für Unterfrankens Shoa-Opfer im Lager Theresienstadt

    Eine neue Gedenktafel im Lager Theresienstadt soll an die Ermordeten und Gefangenen aus Unterfranken erinnern. Mehr als 750 Kinder und Erwachsene wurden aus der Region dorthin deportiert, viele von ihnen wenig später ermordet.

    Im ehemaligen Lager Theresienstadt in Tschechien erinnert nun eine Gedenktafel an die mehr als 750 Kinder und Erwachsenen, die aus Unterfranken dorthin deportiert wurden. Viele von ihnen wurden bereits kurz nach ihrer Ankunft ermordet. Nur wenige überlebten.

    Vertreter des Arbeitskreises Stolpersteine, der Stadt Würzburg und Bezirks Unterfranken und auch eine Nachfahrin eines Würzburger Opfers enthüllten die Tafel am 23. September 2022 im heutigen Terezín (Tschechien) gemeinsam mit Jan Roubinek, dem Direktor der Gedenkstätte Theresienstadt. Das teilte der Arbeitskreis nun mit.

    Erinnerung an die Ermordeten und Gefangenen im KZ

    Gemeinsam erinnerten sie vor Ort an die vielen Ermordeten und Gefangenen des Theresienstädter Ghettos und Lagers, aus Unterfranken und von anderswo. Angebracht wurde die Gedenktafel vor Ort im sogenannten Kolumbarium. Ein Ort, den Gedenkstättenleiter Roubinek laut Arbeitskreismitteilung folgendermaßen beschrieb: "Hier wurde bis Herbst 1944 die Asche von mehr als 30.000 Häftlingen aufbewahrt, die hier unter unmenschlichen Bedingungen starben oder umkamen. Die Asche der meisten wurde im November 1944 auf Befehl des Theresienstädter Ghettokommandanten in den nahegelegenen Fluss Eger geschüttet, um die Spuren des Nazi-Amoklaufs zu verwischen."

    Gedenktafel-Initiatorin Elke Wagner vom Arbeitskreis Stolpersteine gedachte in einer Rede konkreten Opfern aus Unterfranken, etwa Richter Karl Einstein, dessen Urgroßnichte mit zur Tafel-Enthüllung gereist war. Riccardo Altieri vom Bezirk Unterfranken erinnerte an Überlebende Juden aus der Region, der Würzburger Kulturreferent Achim Könneke nannte das Gedenken in Terezín eine "demokratische Pflicht".

    Auf der nun enthüllten Gedenktafel ist neben dem Text auch eine Karte von Unterfranken zu sehen, die die Herkunftsorte der Opfer und damit auch die vielen jüdischen Gemeinden der Region vor der Shoa zeigt.

    Bildrechte: Michael Stolz

    Neue Gedenktafel im Lager Theresienstadt

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