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Gedenkstätten beraten über die Zukunft des Erinnerns | BR24

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Wie geht es weiter mit der Erinnerung an die NS-Zeit, wenn keine Zeitzeugen mehr leben? Darüber sprechen bei einer Tagung in Flossenbürg Vertreter von KZ-Gedenkstätten. Thema auch: Der 75. Jahrestag der Befreiungen kommendes Jahr.

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Gedenkstätten beraten über die Zukunft des Erinnerns

Wie geht es weiter mit der Erinnerung an die NS-Zeit, wenn keine Zeitzeugen mehr leben? Darüber sprechen bei einer Tagung in Flossenbürg Vertreter von KZ-Gedenkstätten. Ein weiteres Thema: Der 75. Jahrestag der Befreiungen im kommenden Jahr.

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In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg tagen in diesen Tagen Vertreter der KZ-Gedenkstätten aus ganz Deutschland. Sie bereiten sich auf den 75. Jahrestag der Befreiung vor, der 2020 ansteht.

KZ Flossenbürg ab 1995 besonders im Fokus

Wo steht die Erinnerungskultur heute? Mit dieser Frage werden sich die Gedenkstätten-Leiter auseinandersetzen - zunächst auch rückblickend: Jörg Skribeleit, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, sieht für sich das Jahr 1995 als zentralen Einschnitt: 50 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus begann man sich der Bedeutung der Gedenkstätte bewusst zu werden. Damals stand in Flossenbürg noch eine Fabrik auf dem Appellplatz. Nur ein Gärtner war dort beschäftigt. Heute gibt es eine KZ-Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung und einem Bildungszentrum. In die Wege geleitet haben das auch die Überlebenden des Konzentrationslagers.

Hochkarätig besetzte Diskussionsrunden

Experten und Politiker diskutieren in Flossenbürg aber auch Fragen, die in die Zukunft weisen: Wie geht die Erinnerungsarbeit weiter in der Ära nach den Zeitzeugen? Und welche Aufgaben haben die Gedenkstätten in einer Zeit, in der der Rechtsextremismus immer mehr zunimmt?

Bei einer Diskussion lautet das Thema: "Geschichtskultur 75 Jahre nach der Befreiung vom NS-Regime". Teilnehmen werden die Autorin Lena Gorelik, Thomas Lutz von der Stiftung "Topographie des Terrors" in Berlin, Karl Freller, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und der Flossenbürger Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit. Die Diskussion leitet Bayern2-Chef Stefan Maier.

Am Donnerstag nehmen nach einem Impulsreferat von Hartmut Koschyk (CSU) Abgeordnete des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags an einer Diskussion teil. Das Thema: "Jahrestage der Befreiung vom NS-Regime - Politik und Gedenken im Jahr 2000". Es diskutieren: Erhard Grundl (Grüne), Thomas Hacker (FDP) und Marianne Schieder (SPD). Die Diskussion leitet Sybille Giel vom Bayerischen Rundfunk.

Steinbruch soll Teil der Gedenkstätte werden

Am Freitag erkunden die Teilnehmer der Tagung die Gedenkstätte Flossenbürg, die vor großen Herausforderungen steht. Nachdem der Freistaat Bayern den Pachtvertrag für den KZ-Steinbruch mit einer privaten Firma nicht verlängern will, soll das Areal Teil der Gedenkstätte werden. Das sogenannte DESt-Gebäude, ein Verwaltungsgebäude der SS-eigenen Deutschen Erd- und Steinwerke, wird bereits für die Nutzung durch die Gedenkstätte saniert.