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Gedenkort für Opfer von NS-Medizinverbrechen in Erlangen | BR24

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Die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt in Erlangen.

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    Gedenkort für Opfer von NS-Medizinverbrechen in Erlangen

    In einem Gebäudeteil der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt, der im Volksmund sogenannten „Hupfla“, in Erlangen soll ein Gedenkort für Opfer von Medizinverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus entstehen. Der Erlanger Stadtrat berät darüber.

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    Gleichzeitig wird es darum gehen, ob der Großteil des historischen Patiententrakts abgerissen werden kann. Lediglich der knapp 20 Meter lange Kopfbau im Osten soll für den Gedenkort erhalten bleiben. Der restliche, rund 160 Meter lange Gebäuderiegel, der unter Denkmalschutz steht, soll für den Abriss freigegeben werden. Die Erlanger Universitätsklinik benötigt diese Fläche für den Bau eines Forschungszentrums und zusätzlicher Klinikgebäude.

    Gedenkort

    Ursprünglich wollte die Uniklinik den gesamten historischen Bau der "Hupfla“ abreißen. Dagegen regte sich in Erlangen heftiger Widerstand. In dem Gedenkort soll an die rund 1.850 Patienten erinnert werden, die im Dritten Reich in der "Hupfla“ starben. Rund 1500 Menschen mit psychischer Erkrankung kamen an den direkten oder indirekten Folgen von Experimenten mit mangelhafter Ernährung um.

    Zuschüsse beantragen

    Außerdem wurden von Erlangen aus mehr als 900 Kranke beim sogenannten Euthanasie-Programm der Nazis in Tötungsanstalten transportiert. Wenn der Stadtrat der Schaffung des Gedenkorts zustimmt, kann die Stadt Erlangen Zuschüsse von Bund und Land beantragen.