Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Gedenkfeier für Dominik Brunner: Hoeneß mahnt Zivilcourage an | BR24

© BR

Am Münchner S-Bahnhof Solln ist feierlich an Dominik Brunner erinnert worden. Brunner hatte Mut bewiesen, als er am 12. September 2009 in eine tödliche Schlägerei verwickelt worden war.

5
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Gedenkfeier für Dominik Brunner: Hoeneß mahnt Zivilcourage an

Am Münchner S-Bahnhof Solln ist feierlich an Dominik Brunner erinnert worden. Brunner hatte Mut bewiesen, als er am 12. September 2009 in eine tödliche Schlägerei verwickelt worden war. Unter den Rednern: Münchens OB Dieter Reiter und Uli Hoeneß.

5
Per Mail sharen
Teilen

Mehr als 100 Menschen sind am Mittag zu einer Gedenkveranstaltung am Münchner S-Bahnhof Solln zusammengekommen, wo der niederbayerische Geschäftsmann Dominik Brunner vor zehn Jahren in eine tödliche Schlägerei verwickelt wurde.

Hoeneß: Wie konnte das im Herzen dieser Stadt passieren?

"Es ist unglaublich und immer noch unverständlich, dass so etwas im Herzen dieser Stadt passieren konnte." Mit diesen Worten hat Uli Hoeneß seine Gedenkrede an Dominik Brunner eröffnet. Der FC-Bayern-Präsident ist Kuratoriumsvorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung, die Menschen unterstützt, die wegen ihrer Zivilcourage für andere in Not geraten sind. "Wir dürfen nicht vergessen, wofür Brunner gestorben ist", sagte Hoeneß. Sonst könne unsere Gesellschaft nicht funktionieren.

Herrmann: Jahrestag muss allen Mahnung sein

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte, dieser Jahrestag müsse allen Mahnung sein: nicht wegzuschauen, für andere einzutreten und zusammenzuhalten. Niemand solle allein bleiben, wenn er in Not ist. Dazu verpflichte das Gedenken an Dominik Brunner.

OB Reiter: "Selten hat eine Tat unsere Stadt so bewegt"

"Der 12. September 2009 hat München verändert", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). "Selten hat eine Tat unsere Stadt so bewegt – das gilt in doppelter Hinsicht für die Tat, der er zum Opfer fiel, und sein mutiges Handeln zuvor." Brunners Tod habe tiefe Betroffenheit, aber auch einen gesellschaftlichen Konsens ausgelöst, nicht mehr wegzuschauen und der Gewalt ein starkes Zeichen des solidarischen Zusammenhalts entgegenzusetzen.

Ökumenische Andacht für Dominik Brunner

Auch der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, und die BR-Journalistin Sabine Kremer würdigten in ihren Ansprachen den Toten. Anschließend fand eine ökumenische Andacht mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg und Stadtdekanin Barbara Kittelberger statt.

Rückblick: Das geschah am 12. September 2009

Zwei 17- und 18-Jährige hatten am 12. September 2009 am S-Bahnhof Donnersbergerbrücke eine Gruppe jüngerer Schüler bedrängt und von ihnen Geld verlangt. Brunner bekam das mit und rief aus der S-Bahn die Polizei an.

In Solln stieg der Niederbayer mit den 13- bis 15-jährigen Schülern aus und stellte sich vor sie. Er schlug zuerst zu; das Gericht wertete das später als Notwehr in Erwartung eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs. Die Jugendlichen schlugen daraufhin auf ihn ein und traten ihn, als er schon am Boden lag.

Brunner verlor das Bewusstsein und starb später im Krankenhaus an einem Herzstillstand infolge eines vergrößerten Herzmuskels. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen und Zivilcourage zum gesellschaftlichen Thema

© BR/Arno Trümper

Vor zehn Jahren starb Dominik Brunner, als er Schüler vor Angreifern schützen wollte. Heute hilft die Dominik Brunner Stiftung Menschen, die ebenfalls Zivilcourage gezeigt haben und dabei zu Schaden gekommen sind. Etwa wie Daniil S.