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Gedenken an NSU-Opfer Abdurrahim Özüdoğru in Nürnberg | BR24

© BR/Jonas Miller

Gedenken an NSU-Opfer in Nürnberg

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Gedenken an NSU-Opfer Abdurrahim Özüdoğru in Nürnberg

Die Initiative "Schweigen Durchbrechen" hat des NSU-Opfers Abdurrahim Özüdoğru gedacht und weitere Aufklärung gefordert. Der Schneider wurde 2001 in der Nürnberger Südstadt vom NSU ermordet.

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Rund 40 Aktivisten und Anwohner hatten sich an der ehemaligen Änderungsschneiderei in der Gyulaer Straße zusammengefunden. Mit Transparenten und Redebeiträgen erinnerten sie an das NSU-Opfer Abdurrahim Özüdoğru.

Initiative fordert Aufklärung

Am 13. Juni 2001 wurde der Schneider mit zwei Schüssen in den Kopf vom rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet. In Redebeiträgen forderten die Aktivisten mehr Aufklärung.

„Für uns ist das Thema nicht abgeschlossen. Diese haltlose Trio-These der Bundesanwaltschaft ist eine Katastrophe. Sie soll einen Schlussstrich ziehen und das ist auch tatsächlich eingetreten. Es wird immer ruhiger in der Öffentlichkeit. Auch aus diesem Grund stehen wir hier. Für uns sind viele Fragen nicht aufgeklärt worden.“ Luca Weber, Sprecher der Initiative "Schweigen Durchbrechen"

Auch ein Jahr nach dem Ende des NSU-Prozesses in München seien viele Fragen noch nicht beantwortet, kritisiert die Initiative. So stelle sich die Frage, wer die möglichen Helfer vor Ort waren und welche Rolle der Verfassungsschutz im NSU-Komplex habe.

Nürnberger Neonazis auf NSU-Kontaktliste

Schließlich standen auch mehrere Nürnberger Neonazis und ein V-Mann des bayerischen Verfassungsschutzes auf einer Kontaktliste der späteren NSU-Terroristen. Auf dieser Liste findet sich auch die ehemalige Gaststätte "Tiroler Höhe", die in den 1990er-Jahren als Dreh- und Angelpunkt der nordbayerischen, thüringischen und sächsischen Neonaziszene diente. Die Gaststätte liegt nur 900 Meter vom Tatort in der Gyulaerstraße entfernt.

Recherchen des Bayerischen Rundfunks und der Nürnberger Nachrichten ergaben voriges Jahr, dass sich das spätere NSU-Kerntrio in den 1990er-Jahren des Öfteren in dieser Gaststätte aufgehalten hatte und gute Kontakte zu Nürnberger Neonazis pflegte.

© BR

Nach mehr als fünf Jahren ist der aufwendigste Strafprozess der deutschen Rechtsgeschichte zu Ende gegangen - das NSU-Verfahren.