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Gedenken an Dietrich Bonhoeffers Ermordung vor 75 Jahren | BR24

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Der NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer gilt als der berühmteste Häftling im Konzentrationslager Flossenbürg. Vor 75 Jahren ist er in dem Oberpfälzer KZ ermordet worden. Die Evangelische Jugend startet ihm zu Ehren eine besondere Gedenkaktion.

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Gedenken an Dietrich Bonhoeffers Ermordung vor 75 Jahren

Der NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer gilt als der berühmteste Häftling im Konzentrationslager Flossenbürg. Vor 75 Jahren ist er in dem Oberpfälzer KZ ermordet worden. Die Evangelische Jugend startet ihm zu Ehren eine besondere Gedenkaktion.

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Am 9. April vor 75 Jahren ist der evangelische Theologe und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg in der Oberpfalz ermordet worden. Die Evangelische Jugend gedenkt ihm mit einer Online-Aktion. Ein geplantes internationales Jugendtreffen in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

"Von gute Mächten" in neuen Versionen

Die Evangelische Jugend Bayern ruft nun dazu auf, dem Theologen in den Sozialen Medien zu gedenken. Dazu sollen Bonhoeffer-Texte gesungen, gesprochen oder musiziert werden. Konkret sind Teile aus dem bekannten Lied "Von guten Mächten" gewünscht. Der Liedtext entstammt einem Gedicht Bonhoeffers, das er 1944 aus der Haft an seine Verlobte geschickt hatte.

Vielstimmiges Gebet: #menschbonhoeffer

Viele Jugendliche haben in den vergangenen Tagen bereits in mehreren europäischen Sprachen ihre Videos hochgeladen. Unter dem Hashtag #menschbonhoeffer werden die Liedvorträge dann zusammen gefasst und bei Youtube, Instagram und Facebook veröffentlicht. Entstehen soll ein vielstimmiges Gebet, das Zuversicht, Kraft und Trost spenden soll. Die Jugendlichen wollen damit ein "gemeinsames digitales Zeichen" setzen, heißt es auf der Internetseite.

Spaenle würdigt Bonhoeffers Einsatz für die Juden

Der Antisemitismus-Beauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle, würdigt Dietrich Bonhoeffer anlässlich des Jahrestags als unerschrockenen Kämpfer für seine jüdischen Mitmenschen. "Dietrich Bonhoeffer hat wie kaum ein anderer Christ in der Zeit des Nationalsozialismus seinen Glauben unter Gefahr für sein eigenes Leben in den Alltag umgesetzt", schreibt Spaenle. Bonhoeffer habe durch seine Kontakte zur Spionageabwehr unter Admiral Wilhelm Canaris geholfen, Juden aus Berlin in die Schweiz in Sicherheit zu bringen. Canaris wurde am gleichen Tag wie Bonhoeffer in Flossenbürg hingerichtet.

Standgericht in Flossenbürg

Bonhoeffer wurde 1945 nach zwei Jahren Haft in Berlin und dem KZ Buchenwald in die Oberpfalz verlegt. Zunächst nach Regensburg, dann nach Schönberg in den Bayerischen Wald. Am 8. April 1945 wurde er in den Arrestbau des KZ Flossenbürg gebracht. An dem Abend entscheidet ein Standgericht, dass er wegen Hochverrats sterben soll. In den frühen Morgenstunden des 9. April wurde der Theologe vor dem Arrestbau mit dem Strang hingerichtet. An dieser Stelle erinnert heute ein Gedenkstein an die Geschehnisse von 1945.