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Gedenkakt zum 80.Jahrestag der Novemberpogrome
© BR/Gerhard Blank

Autoren

Birgit Grundner
Günther Rehm
© BR/Gerhard Blank

Gedenkakt zum 80.Jahrestag der Novemberpogrome

9. November 1938. Im Alten Rathaus in München hat sich am Abend fast die gesamte NS-Elite versammelt. Am Nachmittag waren unter anderem Adolf Hitler und Hermann Göring zur Feldherrnhalle marschiert, um an die Toten des gescheiterten Hitlerputsches vom 9. November 1923 zu erinnern.

Propagandaminister Josef Goebbels hält im Alten Rathaus eine hasserfüllte Rede gegen das, wie er sagt, "internationale Judentum". Es ist das Signal für eine Hetzjagd auf Juden in ganz Deutschland.

26 Juden kommen in München in der Pogromnacht ums Leben

Noch in derselben Nacht brennen Synagogen – in München die "Ohel Jakob Synagoge" –, jüdische Geschäfte und Einrichtungen werden zerstört, Wohnungen systematisch verwüstet. Allein in München sterben 26 Juden.

In den nächsten Wochen werden mehr als 1.000 Männer ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Heute Vormittag wurden ihre Namen am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße in unmittelbarer Nähe des Stachus' verlesen. Und es wurde von ihrem späteren Schicksal und dem ihrer Familien berichtet.

Die Hauptsynagoge war bereits im Juni 1938 auf Hitlers Befehl abgerissen worden – angeblich aus verkehrstechnischen Gründen. Tatsächlich empfanden die Nazis sie als Schandfleck ihrer "Hauptstadt der Bewegung".

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Namenslesung zur Reichspogromnacht

Namenslesung zur Reichspogromnacht

Veranstaltung am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße in München

Veranstaltung am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße in München

Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge

Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge

"Jeder Mensch hat einen Namen"

"Jeder Mensch hat einen Namen"

Am Nachmittag hatten die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern und die Landeshauptstadt im Alten Rathaus am Marienplatz zur Gedenkstunde geladen. Neben Charlotte Knobloch, Präsidentin der Kultusgemeinde, sprachen auch Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Heute und morgen werden in München geführte Touren angeboten, bei denen die ehemaligen Wohnhäuser verfolgter jüdischer Bürgerinnen und Bürger besucht werden.

Namensnennung zur Reichspogromnacht

Namensnennung zur Reichspogromnacht

Blick in die in der Reichsprogromnacht verwüstete "Ohel Jakob Synagoge"

Blick in die in der Reichsprogromnacht verwüstete "Ohel Jakob Synagoge"