BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR/Fabian Stoffers

Im Markt Wegscheid im Landkreis Passau sollen 60 Corona-Fälle mit einer privaten Feier zusammenhängen. Polizei und Gesundheitsamt ermitteln - die Gerüchteküche brodelt.

17
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

60 Corona-Fälle nach Geburtstagsfeier?

Im Markt Wegscheid im Landkreis Passau sollen 60 Corona-Fälle mit einer privaten Feier zusammenhängen. Polizei und Gesundheitsamt ermitteln - die Gerüchteküche brodelt.

17
Per Mail sharen
Von
  • Martin Gruber
  • BR24 Redaktion

In Wegscheid im Landkreis Passau soll eine private Feier dutzende Corona-Infektionen ausgelöst haben. Die "Passauer Neue Presse" berichtet heute darüber. Landratsamt und Bürgermeister bestätigen auf BR-Anfrage, dass in der Sache ermittelt werde.

Personen machen falsche Angaben

Ein Sprecher im Landratsamt teilte dem BR mit, dass der Verdacht bestehe, dass das verstärkte Infektionsgeschehen im Raum Wegscheid mit einer "größeren privaten Zusammenkunft" Ende Februar in Verbindung stünde. Diese Feier könnte die Ursache für mittlerweile 60 Corona-Fälle sein. Das Problem: Betroffene Personen machen laut Behörde oft falsche Angaben, Kontaktpersonen würden offenbar nicht oder nur teilweise angegeben. Deshalb sei es für das Gesundheitsamt schwer, das Ausbruchsgeschehen durch Test- und Quarantänemaßnahmen einzudämmen.

Polizei geht Hinweisen nach

Das Gesundheitsamt hat die Ermittlungen aufgenommen. Auch die Polizei stellte inzwischen Nachforschungen an. Laut Inspektionsleiter Laurentius Hobelsberger soll es Hinweise auf "eine Feier in einem geheimen Rahmen" geben. Die 5.700-Einwohner-Gemeinde Wegscheid hat Stand Mittwoch (10.3.) im Landkreis Passau mit 54 aktiven Corona-Fällen die meisten Infektionen im Landkreis Passau. 58 weitere Personen sind unter Quarantäne gestellt.

Hat der Sohn des zweiten Bürgermeisters gefeiert?

Bürgermeister Lothar Venus (CSU) bestätigte dem BR, es gebe verstärkt Hinweise darauf, dass die Geburtstagsfeier vom Sohn des zweiten Bürgermeisters an den vielen Corona-Fällen schuld sei. Die Gerüchte hätten sich gerade in den letzten zwei Wochen verdichtet und gingen über das übliche "Biertischgeschwätz" hinaus. Allerdings habe ihm der zweite Bürgermeister, der ebenfalls mit COVID-19 infiziert sei, versichert, dass es eine solche Party nicht gegeben habe. Venus: "Natürlich ist dieser Vorfall kein isoliertes Thema, sondern es betrifft den Inzidenzwert im ganzen Landkreis. Der ist bekanntlich vergleichsweise hoch."

Bußgelder bis zu 25.000 Euro

Landrat Raimund Kneidinger appellierte in diesem Zusammenhang an die Bevölkerung, sich an geltende Kontaktbeschränkungen zu halten: "Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für private Zusammenkünfte." Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen oder gegen das Veranstaltungsverbot werden mit einem Bußgeld zwischen 500 und 5.000 Euro geahndet. Werden falsche Angaben gemacht oder Kontaktpersonen nicht oder nicht vollständig genannt, beträgt der Bußgeldrahmen bis zu 25.000 Euro.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!