Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Geburtshilfe in Dinkelsbühl: Lösung in Sicht!? | BR24

© dpa/pa

Füße eines zwei Wochen alten Babys

Per Mail sharen
Teilen

    Geburtshilfe in Dinkelsbühl: Lösung in Sicht!?

    Dinkelsbühls Oberbürgermeister Christoph Hammer ist zuversichtlich, dass vielleicht schon im Januar eine Lösung gefunden wird, um die Geburtshilfe in Dinkelsbühl dauerhaft sicherzustellen.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Weil die Abteilung "Gynäkologie und Geburtshilfe“ nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr auf der Kippe steht und zum Jahresende wieder zumindest vorübergehend geschlossen werden muss – diesmal, weil die Belegärzte ihren Vertrag mit der Klinik nicht mehr verlängert haben -, hat das Stadtoberhaupt die Suche nach Gynäkologen vorangetrieben. Eine Personaldienstleistungsfirma hat Fachärzte gesucht, die das Belegarztsystem in Dinkelsbühl weiterführen wollen und diese offenbar auch gefunden.

    Ärzte aus dem osteuropäischen Raum für Dinkelsbühl

    "Es spricht vieles dafür, dass wir Mediziner aus dem europäischen Raum bekommen, die die Qualifikationen haben, die die Approbationen haben, die momentan auch in Entbindungsstationen praktizieren und die über die europäische Freizügigkeitsregelung ohne Probleme auch in Dinkelsbühl anfangen könnten und die haben auch klares Interesse bekundet,“ erklärte Christoph Hammer demBR.

    Mehrere Ärzte hätten Interesse bekundet und stünden zeitnah zur Verfügung, um ihren Dienst hier anzutreten. In der vergangenen Woche seien Vertretern des Verwaltungsrates und Klinikmitarbeitern bereits Lebensläufe und Qualifikationen vorgelegt worden. Die zuständigen Behörden würden derzeit prüfen, ob die Qualifikationen und Abschlüsse auch für eine Berufsausübung in Deutschland ausreichten.

    Hammer geht davon aus, dass die Anerkennung dafür problemlos erteilt wird und hat für Januar bereits Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung geplant. Die KV kann eine sogenannte Bedarfsniederlassung ermöglichen, wenn keiner der ansässigen niedergelassenen Frauenärzte die Geburtshilfe übernehmen will.

    Festanstellungen für die Ärzte durch das MVZ

    Um interessierte Gynäkologen für Dinkelsbühl zu gewinnen, hat Hammer ein Projekt mit Pilot-Charakter im Sinn: Das Medizinische Versorgungszentrum soll die Fachärzte fest anstellen. "Wenn ein Anstellungsverhältnis in unserem Medizinischen Versorgungszentrum erfolgen würde, hätte man ein festes Einkommen, die ganze Infrastruktur würde vom MVZ gestellt werden. Und damit haben wir gute Argumente, dass wir Menschen gewinnen, die in Dinkelsbühl dann diesen medizinischen Dienst tun“, so Hammer. Denn die hohen Investitionskosten bei einer Praxisgründung schreckten Fachärzte oft ab, sich in einer eigenen Praxis vor allem in ländlichen Regionen niederzulassen.

    Anregiomed-Verwaltungsrat muss zustimmen

    Zwar könnten im ersten Jahr bis zu 200.000 Euro an Defiziten entstehen – bedingt durch die Festgehälter. Hammer geht jedoch davon aus, dass eine gynäkologische Fachabteilung innerhalb des MVZ langfristig sogar schwarze Zahlen schreiben könnte: durch die Entbindungen in der Klinik und die gynäkologische Facharzttätigkeit im MVZ. Denn faktisch fehle es im westlichen Mittelfranken an Gynäkologen. Wenn die Frauen aus und um Dinkelsbühl erstmal Vertrauen zu den neuen Ärzten gefasst hätten, könnte sich das Modell als durchaus nachahmenswert für andere Regionen erweisen. Bevor es soweit ist, muss allerdings erst noch der Anregiomed-Verwaltungsrat das Vorhaben absegnen. Christoph Hammer geht jedoch davon aus, dass es schon im Sommer 2019 auch in Dinkelsbühl wieder heißt: „Ihr Kinderlein kommet“!