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Geburtshilfe in Ansbach sucht händeringend nach Ärzten | BR24

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In der Geburtshilfe des Klinikums Ansbach haben sowohl der Chefarzt als auch die Oberärztinnen gekündigt. Grund hierfür seien schwierige Arbeitsbedingungen. Nun stehen die Klinik und die werdenden Eltern vor Problemen.

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Geburtshilfe in Ansbach sucht händeringend nach Ärzten

Das Klinikum Ansbach sucht derzeit händeringend nach Ärzten für die Geburtshilfestation. Fast alle Gynäkologen, die dort arbeiten, haben zum 1. April gekündigt. Wie es weitergeht, ist offen.

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Das Klinikum Ansbach steht vor einer schwierigen Situation: Der Chefarzt, die Leitende Oberärztin und alle Oberärzte der Geburtshilfestation haben ihre Kündigung eingereicht. Sie arbeiten nur noch bis zum 31. März in Ansbach. Ganz ohne ärztlichen Beistand sind Schwangere aber ab 1. April nicht. Ein Facharzt und mehrere Assistenzärzte wollen bleiben, sagte Rainer Seeger, Pressesprecher des Klinikverbunds ANregiomed dem Bayerischen Rundfunk.

Klinikleitung arbeitet an Lösung

ANregiomed-Vorstand Gerhard Sontheimer ist zuversichtlich, dass bis zum 1. April eine Lösung gefunden wird und ein "lückenloser Weiterbetrieb” möglich ist. Aktuell würden Bewerbungsgespräche geführt. Trotzdem: “Der Weggang weiterer Ärztinnen ist für uns ein besonders herber Verlust”, schreibt Sontheimer in einer Mitteilung.

Grund für Kündigung der Ärzte unklar

Weshalb die Ärzte gekündigt haben, ist unklar. Von schwierigen Arbeitsbedingungen und mangelnder Beteiligung der Ärzte an wichtigen Entscheidung ist die Rede. Mehrere niedergelassene Frauenärzte in Ansbach machen sich Sorgen darüber, wie es mit der Geburtshilfestation weitergeht. Eine Praxis hat ein Schild aufgehängt, in der sie ihre Patientinnen über die aktuelle Situation in der Geburtshilfe am Klinikum in Ansbach informiert.

Nur noch zwei Geburtshilfe-Stationen im Landkreis

Die Geburtshilfe-Station am Ansbacher Klinikum ist nur eine von zwei im Landkreis Ansbach, dem flächenmäßig größten in Bayern. Erst Ende 2018 wurde die Geburtshilfe-Abteilung am Krankenhaus in Dinkelsbühl vorübergehend geschlossen. Die beiden Belegärzte hatten gekündigt, nachdem es zuvor immer wieder Probleme wegen Hebammenmangel gab. Seitdem ist die Geburtshilfeabteilung in Dinkelsbühl abgemeldet. In Ansbach kamen im vergangenen Jahr nach Angaben von ANregiomed etwa 1.300 Kinder zur Welt. Daneben sind auch Geburten in der Klinik in Rothenburg ob der Tauber möglich, die ebenfalls zum Klinikverbund ANregiomed gehört.

© BR/ Henry Lai

Das Klinikum Ansbach sucht derzeit händeringend nach Ärzten für die Geburtshilfe-Station. Fast alle Gynäkologen, die dort arbeiten, haben zum 1. April gekündigt.