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Mehr Geburten im St.Elisabeth und St.Barbara-Krankenhaus

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    Geburt auf dem Land: Hebammen-App schließt Versorgungslücke

    Keine Hebamme nach der Geburt: Das ist die Realität für 20 Prozent aller werdenden Eltern. Besonders auf dem Land sind die Wege oft weit und aktuell finden Kurse nur unter Infektionsschutzregeln statt. Eine Lösung für das Problem kommt jetzt per App.

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    Von
    • Anna Klein

    Die Digitalisierung des Gesundheitswesens geht manchmal ihre eigenen Wege und einer führt direkt ins beschauliche Kammeltal im Landkreis Günzburg. Denn dort hat "PreParents" seinen Unternehmenssitz: Eine App zur Geburtsvorbereitung, hinter der zwei Frauen mit großer Mission stehen.

    Hebamme und Wirtschaftsinformatikerin

    Martina Langer-Kirmaier und ihre Tochter Amrei sind die Erfinderinnen der App, die sich mit digitaler Hebammenhilfe an werdende Eltern richtet – und zwar vor und nach der Geburt: "Eine Hebamme ist oft auch Beraterin, wenn andere Sachen auftauchen. Deswegen haben wir das auch in den Elternkurs gepackt." Martina Langer-Kirmaier war 24 Jahre lang selbst als freiberufliche Hebamme tätig, hat zahlreiche Familien begleitet und sogar ein eigenes Geburtshaus im Allgäu betreiben.

    Hebammenberuf unter Druck

    Doch weil freie Hebammen extrem hohe Versicherungskosten tragen müssen und jahrzehntelang in Haftung genommen werden können, gab sie den Beruf auf. Damit ihr Wissen nicht verloren geht, wollte sie ursprünglich alles aufschreiben, damit zumindest ihre eigene Tochter Amrei Kirmaier davon profitiert. Doch für die 25-Jährige wäre ein Buch nicht das Medium der Wahl: "Für meine Generation und die nachfolgende ist eigentlich das Smartphone das erste, wozu man greift. Und dann habe ich einfach gesagt, lass uns eine App machen. Es war dann schon ein bisschen spontan, aber aufgrund der Gesamtsituation in Deutschland die einzig richtige Idee dann."

    Denn durch die Pandemie konnten Geburtsvorbereitungskurse im Corona-Jahr nicht stattfinden wie sonst – so wie der von Michael Wiest. Als werdender Vater darf er wegen der Infektionsvorschriften nicht an den Kursen seiner schwangeren Frau teilnehmen: "Hilfe haben wir uns dann über die App geholt, weil da gibt’s ja den Geburtsvorbereitungskurs. Und da haben wir das ganz gut hinbekommen." Sohn Luis ist heute knapp vier Monate alt, für das digitale Hebammen-Knowhow ist der Vater dankbar.

    Erklärvideos für vor und nach der Geburt

    Eine Checkliste für die Geburt und Einkaufstipps sind die kostenlose Basis der App. Für 50 Euro gibt’s die Vorbereitungskurse, mit vielen Erklärvideos und Texten, kurz und auf den Punkt. Bei der Geburtsvorbereitung geht’s um Themen wie Ernährung und Entspannung. Im Elternkurs spricht die Hebamme dann über den Eltern-Alltag, von Babybaden bis Familien-Kommunikation.

    Nächster Schritt: Krankenkassen mit an Bord

    Weil es gerade auch wenig Gruppen-Angebote für junge Eltern gibt, haben die PreParents-Gründerinnen präventiv mehr Themen in den Elternkurs gepackt, als vorgesehen. Und das Mutter-Tochter-Startup hat große Pläne: Als nächstes wollen sie die Krankenkassen ins Boot holen, damit die Kosten für die digitale Hebammenhilfe bezuschusst werden.

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