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Insolvenz abgewendet: Gebrüder-Götz-Belegschaft trägt Sanierung | BR24

© Gebrüder Götz GmbH & Co. KG

Das Modehaus der Gebrüder Götz im Würzburger Stadtteil Zellerau

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Insolvenz abgewendet: Gebrüder-Götz-Belegschaft trägt Sanierung

Eine drohende Insolvenz beim Würzburger Modehaus Gebrüder Götz ist abgewendet – auch weil die Beschäftigten per Gehaltsumwandlung mithelfen: 15 Prozent ihres Brutto-Entgelts gehen an die Versorgungskasse, die es als Darlehen an die GmbH weitergibt.

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Aufatmen bei Geschäftsführung und Mitarbeitern der Gebrüder Götz GmbH: Das Würzburger Modehaus konnte eine drohende Insolvenz abwenden und blickt nun positiv in die Zukunft. Das Unternehmen kann die für die Sanierung notwendigen Investitionen in Höhe von etwa fünf Millionen Euro finanzieren. Dem Geschäftsführer Klaus Borst zufolge sei das Geld, welches die Mitarbeiter zur Verfügung stellen, ein wichtiger Baustein bei der Sanierung. Damit kann das Unternehmen die für die Sanierung notwendigen Investitionen finanzieren. Das Unternehmen benötige rund fünf Millionen Euro, um einen temporären Liquiditätsengpass zu überwinden, so Geschäftsführer Klaus Borst.

77 Prozent der Mitarbeiter für Gehaltsumwandlung

Die Mitarbeiter tragen entscheidend zur Sanierung des 80 Jahre alten Unternehmens bei: Bis heute haben sich 77 Prozent der Beschäftigten entschieden, am Modell der Gehaltsumwandlung teilzunehmen. Die Geschäftsführung rechnet damit, dass am Ende etwa 80 Prozent zustimmen werden. Das Modell funktioniert folgendermaßen: Die Arbeitnehmer verzichten auf 15 Prozent ihres Brutto-Entgelts. Das Geld fließt in die Götz-Versorgungskasse, die es als Darlehen an die GmbH weitergibt. Die Beschäftigten erhalten ihren Abschlag zurück, sobald sie in Rente gehen – und zwar mit einem zwanzigprozentigen Aufschlag plus zwei Prozent pro Beschäftigungsjahr.

"Wir reden nicht über einen Verzicht, sondern über eine Umwandlung des Bruttogehalts in eine sichere Altersvorsorge." Klaus Borst, Geschäftsführer der Gebrüder Götz GmbH & Co. KG

Gesellschafter und Banken ebenfalls an Sanierungsfinanzierung beteiligt

Neben den Mitarbeitern beteiligen sich die Banken und Gesellschafter Peter Götz an der Finanzierung und damit der Sanierung, die auf 24 Monate angelegt ist. Höchste Priorität habe dabei die Modernisierung der EDV: "Wir haben die Digitalisierung verschlafen", meint Borst. In Zukunft will das Unternehmen seinen Fokus auf den E-Commerce richten.

Geschäftsführung kündigt Stellenabbau an

Zur Sanierung des Modehauses gehört auch der Abbau von Arbeitsplätzen, bestätigt Geschäftsführer Karl-Otto Lang und betont: "Wir versuchen, den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten." Die Stellen würden durch vorgezogene Altersrente reduziert, außerdem lasse man befristete Verträge auslaufen. Mit dem Betriebsrat sei zudem die Streichung von 14 Vollzeitstellen vereinbart. "Am Ende wird es aber auf eine niedrige einstellige Anzahl hinauslaufen", so Lang. Nach der Sanierung wird das Unternehmen noch 455 Mitarbeiter haben.