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Gattenmord-Prozess: Zeugen berichten von zerrütteter Ehe | BR24

© picture alliance/Armin Weigel/dpa

Die Angeklagte sitzt Verhandlungssaal im Landgericht neben ihrem Verteidiger Michael Haizmann (l).

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    Gattenmord-Prozess: Zeugen berichten von zerrütteter Ehe

    In einer Villa in Niederbayern tötet eine Zahnärztin ihren Ehemann - es sei Notwehr gewesen, sagt sie im Gefängnis der Psychologin und berichtet von einem "Kampf auf Leben und Tod". Die Frau muss sich vor dem Landgericht Regensburg verantworten.

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    Mit dem Gärtner hat im Regensburger Mordprozess gegen eine Zahnärztin ein wichtiger Zeuge ausgesagt. Womöglich könnte der Mann beim Abtransport der Leiche des Opfers geholfen haben. Dies wies der via Telefon aus England dem Landgericht zugeschaltete Zeuge am Montag entschieden zurück. Die Angeklagte muss sich wegen der Tötung ihres Ehemannes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord aus Habgier vor, die Frau beruft sich auf Notwehr.

    Probleme in der Ehe

    Neben dem Gärtner sagten die Gefängnispsychologin sowie weitere Zeugen aus. Sie berichteten unter anderem von der zerrütteten Ehe der Angeklagten. Zumindest in den Monaten vor der Tat soll es Schwierigkeiten gegeben haben, wie eine Mitarbeiterin der Ärztin sagte. Auch die Psychologin gab an, die Angeklagte habe ihr von Eheproblemen erzählt.

    Was genau sich in der Tatnacht im November 2018 in der Villa in Laberweinting im Landkreis Straubing-Bogen abgespielt hat, ist noch unklar. Die Leiche des Mannes war in einem Wald in Tschechien nahe der Grenze zu Bayern gefunden worden - nackt und ohne Zähne, was die Identifizierung des Opfers erschwerte.

    Mord aus Notwehr?

    Den Erkenntnissen nach erdrosselte die US-Amerikanerin ihren aus Großbritannien stammenden Ehemann mit einem Folterwerkzeug, einer Garrotte. Bei der Polizei gab sie später an, ihr Mann habe vielmehr sie töten wollen und sie habe sich gewehrt und dann ihn umgebracht.

    Dies schilderte sie auch der Psychologin gegenüber. Diese sagte aus, die Angeklagte habe ihr von einem "Kampf auf Leben und Tod" berichtet und davon, dass sie direkt nach der Tat euphorisch gewesen sei, weil sie diesen Kampf gewonnen hatte. Die Leiche habe sie nach Tschechien gebracht, weil sie davon ausgegangen sei, "hinter dem eisernen Vorhang" würde diese nicht gefunden werden, sagte die Angeklagte laut Gutachterin.

    Auf die Frage des Vorsitzenden Richters an den Gärtner und dessen Ehefrau, ob sie der Angeklagten beim Abtransport der Leiche geholfen hätten oder ob sie an der Tötung des Mannes beteiligt gewesen seien, antworteten beide: "Nein, definitiv nicht."

    Toter durch künstliches Hüftgelenk identifiziert

    Per Video waren aus Tschechien die leitende Ermittlerin und der Rechtsmediziner zugeschaltet, die die Leiche nach dem Fund in Augenschein genommen beziehungsweise obduziert hatten. Der Tote sei in einem abgelegenen Waldstück gefunden worden. Im Mund habe ein Küchenhandtuch gesteckt, drei weitere Geschirrtücher seien daneben gelegen. Der Körper habe am Hals Strangulationsmale aufgewiesen, so der Rechtsmedizinier. Anhand eines künstlichen Hüftgelenkes habe der Tote identifiziert werden können.

    Eine Angestellte der Zahnärztin sagte aus, sie habe miterlebt, wie diese von ihrem Ehemann in ihrer Praxis niedergemacht worden sei. Es sei schockierend gewesen. Schriftlich verlas einer der Richter den Vernehmungsbericht eines Handwerkers, der in der Villa häufig tätig war. Auch dieser gab an, die Spannungen zwischen den Eheleuten mitbekommen zu haben, ebenso der Gärtner und dessen Ehefrau.

    Angeklagte geht von Freispruch aus

    Der Psychologin nach ist die Angeklagte selbstzweiflerisch und unsicher und habe Bestätigung aus dem beruflichen Erfolg ihrer Zahnarztpraxis gezogen. Ihr gegenüber habe die Angeklagte geäußert, sie gehe fest von einem Freispruch aus.

    Die Angeklagte hat zwei Töchter aus erster Ehe, die die Verhandlung verfolgen. Auch zahlreiche Zuhörer kommen zu den Prozessterminen, unter ihnen Nachbarn aus dem niederbayerischen Wohnort der Angeklagten.

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