Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Riesenansturm auf Fördergeld für bayerische Wirtshäuser | BR24

© BR

Viele Wirtshäuser in Bayern benötigen Mittel zur Sanierung und besserer Ausstattung. Das zeigt der Andrang auf das neue Gaststätten-Modernisierungsprogramm: Bereits im ersten Durchgang wurden mehr Fördergelder beantragt als zur Verfügung stehen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Riesenansturm auf Fördergeld für bayerische Wirtshäuser

Viele Wirtshäuser in Bayern benötigen Geld, um ihre Gasträume auf Vordermann zu bringen. Das zeigt der Andrang auf das neue Gaststätten-Modernisierungsprogramm der Staatsregierung: Die 30 Millionen Euro Fördergelder für 2019/20 reichen nicht aus.

Per Mail sharen

Als am 17. Mai die Internetseite des bayerischen Wirtschaftsministeriums das Antragsportal öffnete, dauerte es nur kurz, bis in allen Bezirken so viele Anträge eingegangen waren, dass die vorhandene Summe erreicht war.

30 Millionen Euro sind eingeplant

30 Millionen Euro sind für die Modernisierung von Gasthäusern im ländlichen Raum im neuen Doppelhaushalt 2019/20 vorgesehen. Maximal 200.000 Euro innerhalb von drei Jahren können pro Betrieb ausbezahlt werden. Allerdings sind Wirtshäuser in Großstädten über 100.000 Einwohner davon ausgenommen. Außerdem darf ein Betrieb nicht mehr als eine Million Euro Nettojahresumsatz in einem der letzten drei Jahre gehabt haben.

Die Wünsche der Antragsteller sind sehr vielfältig

Trotzdem fanden sich zahlreiche Gaststätten, die in der ersten Förderrunde auf den Zug aufgesprungen sind. Mit ganz unterschiedlichen Wünschen.

"Im Gastraum hätten wir gerne ein Salatbuffet. An der Theke hatten wir bei der Eröffnung vor acht Jahren anders geplant. Jetzt fehlen uns die Kühlmöglichkeiten für die Flaschen. Dafür haben wir zwei Wärmebehälter, die wir nicht brauchen. Deshalb wollen wir das alles komplett austauschen und eine Kühltheke für Flaschen neu haben." Sandra Jaekel, Gasthaus Öchsle in Ochsenfurt

Im Ministerium hat das große Rechnen begonnen

Im Wirtschaftsministerium wird nun gerechnet. Wenn klar ist, wie viel von der Gesamtsumme der ersten Antragsrunde nach Prüfung der Anträge tatsächlich verbraucht ist, wird das Portal wieder freigeschaltet, um weitere Anträge zu ermöglichen. Minister Hubert Aiwanger (FW) vermutet, dass zwei Drittel des Förderbetrags immer noch verfügbar sein werden. Wer die Förderung bekommt, muss per Rechnung nachweisen, dass das Geld auch in die angekündigte Investition geflossen ist. Dabei ist das Ministerium aber großzügig:

"Unser Wunsch war, dass die Förderung relativ flexibel gehalten wird. Dass jegliche Maßnahme, die in die Qualität des Betriebes geht und ihn zukunftssicher macht, gefördert wird: von einer neuen Registrierkasse bis zur Modernisierung des Innenraums. Die niedrige Einstiegssumme von 20.000 Euro hilft auch bei vermeintlich kleinen Sachen, wo aber bisher die Eigenmittel gefehlt haben, um zu investieren." Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA

Auf gute Ideen kommt es an

Es ist eine gegensätzliche Entwicklung in Bayern: Auf der einen Seite geben immer mehr Dorfwirtshäuser auf, auf der anderen Seite gibt es Tausende neuer Mitarbeiter im bayerischen Gastgewerbe, insgesamt arbeitet dort jeder zwanzigste Erwerbstätige im Freistaat.

DEHOGA-Geschäftsführer Thomas Geppert sagt aber auch deutlich, dass allein eine Investition ins Gasthaus nicht reichen wird, um die Zukunft der Betriebe abzusichern. Es komme auch auf gute Ideen an, zum Beispiel den Verkauf von Grillfleisch am Wochenende oder eine Paketannahmestelle im Wirtshaus, um zusätzliche Kunden anzuziehen.

© BR

Ein Viertel aller Wirtschaften in Bayern mussten zwischen 2006 und 2015 schließen. 500 Gemeinden haben überhaupt kein Wirtshaus mehr. Da geht ein Stück Kultur verloren. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat deswegen ein Förderprogramm gestartet.