BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Gastronomie kritisiert Corona-Regel: Sperrstunde kontraproduktiv | BR24

© picture alliance/Christophe Gateau/dpa

Wegen der Corona-Pandemie gilt für Regionen mit steigenden Infektionszahlen eine nächtliche Sperrstunde.

28
Per Mail sharen

    Gastronomie kritisiert Corona-Regel: Sperrstunde kontraproduktiv

    Strengere Regeln für Regionen mit steigenden Infektionszahlen: Für die Gastronomie haben sich Bund- und Länder auf eine Sperrstunde geeinigt, wenn der Grenzwert überschritten wird. Der Gaststätten-Verband reagiert darauf mit wenig Verständnis.

    28
    Per Mail sharen

    Lange berieten die Ministerpräsidenten am Mittwochabend bei der Kanzlerin in Berlin. Dabei wurden strengere Regeln angesichts der steigenden Infektionszahlen diskutiert. Konkret beschlossen Bund und Länder unter anderem, dass es in Regionen mit 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern nun eine Sperrstunde ab 23 Uhr gilt.

    Für den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Bayern ist die generelle Sperrstunde das falsche Mittel, um gegen die steigenden Corona-Zahlen vorzugehen. Laut Dehoga ist der organisierte gastgewerbliche Bereich nicht das Problem, denn in der Gastronomie würden die Hygienekonzepte funktionieren.

    Dehoga: Sperrstunde für Infektionsgeschehen eher kontraproduktiv

    Der Landesgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Bayern, Thomas Geppert, hält daher von der Sperrstunde nicht viel. "Wenn man die Infektionszahlen senken will, dann muss man doch auch bei den Infektionsursachen anfangen. Und bei einer Sperrstunde macht das eigentlich wenig Sinn, wenn immer wieder gesagt wird, dass Privatpartys eigentlich das Problem sind und jetzt durch eine Verkürzung die Leute eher aus dem organisierten Bereich der Gastronomie, für die ja die Gästeregistrierung und die Hygieneregeln greifen, jetzt eher wieder ins Private treibt, das ist aus unserer Sicht eher kontraproduktiv.“

    Dramatische Situation für Gaststätten und Hotels in Bayern

    Die Situation vieler Gaststätten und Hotels in Bayern sei nach den letzten sechs Monaten äußerst dramatisch, berichtet Geppert. Jeder zweite Betrieb bange noch immer um seine Existenz. Das Gastgewerbe habe eine schlimme Zeit hinter sich ohne große Nachholeffekte. "Die reduzierte Mehrwertsteuer hilft hier natürlich viel, das Wetter war schön", schränkt Geppert ein. "Aber jetzt wird es kalt und es droht wieder ein Lockdown auf Raten und das ist katastrophal für die Betriebe.“

    Gastronomie droht Insolvenzwelle

    Laut Geppert droht der Gastronomie jetzt vor allem eine Insolvenzwelle. Sein Appel deswegen: Mit dem Coronavirus leben und gleichzeitig die Wirtschaft erhalten. Bedeutet: Die Politik solle jetzt die richtigen Ursachen anpacken, so der Geschäftsführer der Dehoga in Bayern.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!