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Gasthäuser machen Innenräume wieder auf: So lief der erste Tag | BR24

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Die Gastronomie kann laut Wirtschaftsministerium damit rechnen, dass die unterschiedlichen Öffnungszeiten im Innen- und Außenbereich angeglichen werden. Die Koalition will auch für die Bewirtung außen die Öffnungszeiten ab Pfingsten verlängern.

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Gasthäuser machen Innenräume wieder auf: So lief der erste Tag

Die Bayern können zurück in die Wirtshäuser: Nach den Außenbereichen vor einer Woche sind nun auch die Innenräume der Gaststätten im Freistaat wieder geöffnet. Aber die Gäste blieben vielerorts aus.

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Der erste Tag, an dem die Innenräume der Gaststätten und Cafes wieder öffnen durften, war noch sehr verhalten. Viele Restaurants hatten mittags nicht geöffnet, sondern machen erst zum Abendgeschäft auf. Andere Wirte wiederum standen enttäuscht in ihren fast leeren Lokalen. Martin Rupp von der Gaststätte Hofbräu am Oberwiesenfeld zum Beispiel, kämpft mit den Tränen:

"Im Lokal haben wir vier belegte Tische gehabt, á zwei Personen. Wenn man zwei Monate ganz zu hat und dann merkt, dass man nichts dafür kann und dann abgestraft wird, weil die Gäste nicht kommen, das ist, ja, existenzbedrohend."

Gäste sind verunsichert

Der Wirt hatte etliche Anfragen für den Außenbereich. Doch es regnete heute. Die Gäste wollten dann lieber gar nicht kommen, als sich in den Innenraum setzen. Rupp glaubt, dass bei vielen Menschen noch Verunsicherung herrscht.

Die schlechten Nachrichten aus Norddeutschland, wo sich etliche Menschen, bei einem Lokalbesuch mit Corona infiziert hatten, tragen wohl dazu bei. Auch wenn mittlerweile klar ist, dass bei der geschlossenen Veranstaltung dort keine Abstandsregeln eingehalten worden waren.

Kampf um jeden Cent

Auch Irina Novello vom La Fiera in München steht weinend in ihrem Lokal. Die letzten Monate habe sie einfach immer nur gekämpft, um jeden Cent, um zu überleben. Auch ihre Gäste haben immer noch Angst vor Corona und fragen sehr genau nach, welche Hygienerichtlinien im Lokal herrschen.

Die Wirte halten sich an die Vorgaben und tun ihr Bestes: Empfang, Kontaktzettel, Abstandsregeln, Mund-Nasen-Masken, die Tische werden desinfiziert, oft auch die Stühle, nirgendwo stehen Salz- oder Pfefferstreuer, es gibt keine Sitzkissen mehr, die Speisekarten sind laminiert und werden ebenfalls desinfiziert, oder sind zum Einmalgebrauch. Es wird regelmäßig durch Fenster und Türen gelüftet.

Wer sich nicht an die Verordnungen hält, dem drohen hohe Bußgelder, und die will kein Gastronom riskieren – denn viele bayerische Gastwirte stehen am Rande der Existenz.

Leere Lokale

Nun müssen aber auch die Gäste wiederkommen, sonst sieht es wahrhaft düster aus. Nadia Vianello vom Al Paladino in München hat normalerweise mittags keinen Platz mehr frei. Dicht an dicht sitzen die Gäste dann bei ihr und ihrem Vater im Lokal. Jetzt musste jeder zweite Tisch in den Keller geräumt werden, um die Abstandsregeln einhalten zu können.

Und selbst die übrig gebliebenen Plätze waren heute Mittag am ersten Tag der Innenraumbewirtung noch fast leer.