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Die Gewerkschaften NGG und Verdi fordern ein Kurzarbeitergeld in Höhe von mindestens 1.200 Euro monatlich.

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Gastgewerbe: Gewerkschaften fordern 1.200 Euro Kurzarbeitergeld

Den Gewerkschaften zufolge ist die Lage im Hotel- und Gaststättengewerbe dramatisch. Beschäftigte in der Gastro-Branche sind weit häufiger von Kurzarbeit betroffen als andere. In Oberfranken liegt die Zahl zudem deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

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Von
  • Lisa Hofmann

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordern in einem offenen Brief an die Regierung ein Mindest-Kurzarbeitergeld in Höhe von 1.200 Euro monatlich. Kurz vor den Bund-Länder-Gesprächen zur möglichen Lockdown-Verlängerung möchten sie auf die dramatische Lage im Hotel- und Gaststättengewerbe aufmerksam machen, teilten die Gewerkschaften mit.

Lockdown: Auswirkungen wie im Frühjahr 2020

Die aktuellen Schließungen hätten ähnlich gravierende Auswirkungen, wie der Corona-bedingte Lockdown im Frühjahr 2020, so die Gewerkschaften. In der Stadt Bayreuth meldeten damals 142 Gaststätten, darunter Restaurants oder Hotels, Kurzarbeit an. Das sind 78 Prozent aller Betriebe der Branche in der Stadt. Im Landkreis Bayreuth waren es 131 Gaststätten beziehungsweise 65 Prozent.

Drei von vier Beschäftigten sind in Kurzarbeit

Ähnlich erging es dem Landkreis Kulmbach. Der Landkreis Wunsiedel kam damals mit 107 gastgewerblichen Betrieben in Kurzarbeit auf 73 Prozent aller Betriebe der Branche im Landkreis. Bezüglich der Anzahl der Arbeiter bedeutet dies: Allein in den Landkreisen Bayreuth, Kulmbach, Wunsiedel sowie in der Stadt Bayreuth befanden sich aufgrund des Lockdowns im Frühjahr 2020 rund 2.220 Köche, Kellner und Hotelangestellte in Kurzarbeit.

Oberfränkische Gastro deutlich über dem Durchschnitt

Im bundesweiten Vergleich waren nach Angaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. (Ifo) 56 Prozent aller Beschäftigten des Gastgewerbes in Kurzarbeit. Oberfranken lag somit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. In der gesamten Wirtschaft lag die Quote bei 7,8 Prozent.

"Die Beschäftigten wissen nicht mehr, wie sie noch ihre Miete bezahlen sollen. Letzte Reserven sind längst aufgebraucht. Und es könnten noch Monate vergehen, bis Lokale und Hotels wieder öffnen." Michael Grundl, Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken

Am Mittwoch beraten sich Bund und Länder erneut über zukünftige Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung und eine mögliche Verlängerung des Lockdowns.

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