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Tunnel bei Garmisch-Partenkirchen werden gegraben.

Bahn versus Auto - der Gewinner im bayerischen Oberland steht eindeutig fest.

Bildrechte: BR / Martin Breitkopf
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    Tal der Tunnel: Milliarde für Verkehr in Garmisch-Partenkirchen

    Das Auto aus dem Leben wegzudenken fällt schwer. Wie illusorisch die Verkehrswende für viele Menschen ist, zeigt das Beispiel Garmisch-Partenkirchen. Für eine Milliarde Euro entstehen vier neue Straßentunnel - doch für die Bahn ist kein Geld übrig.

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    Martin BreitkopfMartin Breitkopf
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    Wieder einmal staut sich der Verkehr vor dem Haus von André Scheerer in Garmisch-Partenkirchen. Er wohnt mit seiner Familie direkt an einer der Durchgangsstraßen im Ort.

    Wenn Scheerer an schönen Tagen aus dem Küchenfenster schaut, sieht er nicht die traumhafte Bergkulisse, sondern nur Autos - egal ob während der Woche oder am Wochenende. Der Ausflugsverkehr in die Berge und der Transitverkehr in der Urlaubszeit nach Österreich und Italien machen ihm das Leben schwer.

    Garmisch-Partenkirchen ist von Bergen umrahmt

    Seit Jahren kämpfen Scheerer und andere Anwohner mit der Initiative "2 Tunnel für Garmisch-Partenkirchen" für Entlastung. Da Garmisch-Partenkirchen umrahmt ist von Bergen, sind Umfahrungstunnel die einzige Lösung. Nach langem Hin und Her und viel Protest hatte die Bundespolitik ein Einsehen und genehmigte die zwei gewünschten Tunnellösungen.

    Im Kramertunnel wird schon seit einiger Zeit gegraben, der Wanktunnel ist in der Planungsphase. Doch damit nicht genug. Gleich im Nachbarort Oberau entsteht ein weiterer Umfahrungstunnel und vor Kurzem fand der Spatenstich für den Auerbergtunnel statt. Vier neue Tunnel sollen bis 2030 im Loisachtal entstehen. Rund eine Milliarde Euro kosten die Tunnelprojekte. Viel Geld, um das Tal vom Verkehr zu befreien.

    Der Tunnel Oberau ist so gut wie fertig - die Verkehrsfreigabe soll Mitte Mai sein.

    Bildrechte: BR / Martin Breitkopf

    Verkehrspolitik von gestern

    Nur eine Straße führt nach Garmisch-Partenkirchen, parallel dazu verläuft die Bahnlinie nach München. Doch während in die Straßeninfrastruktur investiert wird, geht die Bahn leer aus. Bahnpendler wie Norbert Moy ärgert das. Die Politik würde ständig von Verkehrswende reden und mehr Geld für die Schiene versprechen, doch die Realität sehe hier im Loisachtal anders aus, so Moy. Hier werde an einer Verkehrspolitik von gestern festgehalten, ohne an Klimaschutz und die Zukunft zu denken.

    Auf der eingleisigen Bahnlinie kommt es immer wieder zu Verspätungen, noch dazu dauert die Fahrt mit dem Zug nach München fast doppelt so lange wie mit dem Auto. Somit ist der Zug keine wirkliche Alternative. Seit Jahren setzt sich Moy für einen zweigleisigen Ausbau der Strecke ein. Doch vergeblich. Der Ausbau hat es nicht einmal in den Bundesverkehrswegeplan geschafft.

    Neue Straßen und Tunnel führen zu noch mehr Verkehr

    Noch endet die Autobahn A95 zwischen München und Garmisch-Partenkirchen ein paar Kilometer vor Garmisch-Partenkirchen. Nur einspurig quält sich der Verkehr durch das Loisachtal. Kaum ist das Wetter schön, ist dementsprechend Stau, oft kilometerlang. Doch wenn 2030 alle Tunnel fertig sind, soll sich das ändern. Vierspurig geht es dann durch die Tunnel in die Stadt. Ein breites Bündnis von Bund Naturschutz, Grüne, SPD und ÖDP haben sich gegen die Baumaßnahme formiert.

    Die Sorge von Axel Doering vom Bund Naturschutz ist es, dass dadurch noch mehr Verkehr ins Tal kommt. Die Strecke könnte eine Umfahrungsroute werden, wenn sich der Verkehr auf der A8 Richtung Salzburg staut, so seine Befürchtung. Auch könnte es noch mehr Tagesausflügler anziehen, da die Fahrzeit von München bis in die Berge durch die bessere Straßeninfrastruktur verkürzt werden würde.

    Stau am Ende der Autobahn 95.

    Bildrechte: Dominik Bartl

    Tunnel könnten noch mehr Probleme mit sich bringen

    So könnten die Tunnel, die eigentlich für eine Verkehrsentlastung der Anwohner sorgen sollen, noch mehr Lärm, Gestank und Staus mit sich bringen. Das Verkehrsproblem im Tal werde nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben. Für Jahrzehnte werde mit den Tunneln die Verkehrspolitik betoniert, so Doering.

    Die Chance, die Attraktivität der Bahn zu steigern, um mehr Menschen dazu zu bewegen, das Auto stehen zu lassen, sei mit der Milliardeninvestition in den Straßen- und Tunnelbau verspielt worden, so die Meinung des Umweltschützers. Für ihn ein Beispiel von Politikversagen.

    Eine Verkehrswende, die keine ist

    Ende 2026 soll der Kramertunnel fertig sein, der Wanktunnel soll 2030 folgen. Anwohner André Scheerer hofft dann auf weniger Verkehr vor seinem Haus. Aber auch er glaubt nicht daran, dass sich die generelle Verkehrssituation im Loisachtal mit den Tunneln verbessern wird.

    Regelmäßig muss er als Anwalt nach München. Die Fahrzeit mit der Bahn sei unerträglich, sagt er. Deshalb nehme auch er immer wieder das Auto. Das sei nicht nur bequemer, sondern auch schneller. Eine Verkehrswende, die keine ist, im Tal der Tunnel.

    Auto versus Bahn - im bayerischen Oberland gewinnt eindeutig das Auto

    Bildrechte: BR / Martin Breitkopf

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