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Die Tafeln

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    Futterneid bei der Tafel in Weiden

    Bei der Tafel in Weiden, wo sich Bedürftige kostenlos Lebensmittel holen können, stellen sich auch immer mehr Flüchtlinge in die Warteschlangen. Das sorgt für Streit, Futterneid und Verteilungskampf.

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    Sozialneid gab es schon immer bei der Tafel in Weiden - selbst unter den deutschen Bedürftigen, betonen die Frauen und Männer an der Essensausgabe. Aber seit einigen Wochen wird der Umgangston ruppiger. Immer öfter attackieren bedürftige Deutsche Flüchtlinge in der Schlange, zum Teil massiv.

    "Wir sind stark dahinter, die Anfeindungen zu unterbinden und zu schlichten." Birgit Käs von der Tafel in Weiden

    Wenn streitschlichtende Worte nicht helfen, spricht Birgit Käs von der Tafel auch mal Verwarnungen oder Hausverbote für bis zu vier Wochen aus. Wie lange derjenige Hausverbot bekommt, hängt davon ab, wie weit die verbalen Attacken gingen.

    Zahl der Abholer hat sich verdoppelt

    Abneigungen und Feindlichkeiten gibt es aber auch unter den verschiedenen Ausländergruppen. Aus Russland stammende Leute lehnen beispielsweise oft neue Flüchtlinge ab, erzählt Käs. Und das, obwohl keiner Angst ums Essen haben muss. Denn Lebensmittel hat die Tafel in Weiden ausreichend zur Verfügung, betont Vorsitzender Josef Gebhardt - obwohl sich die Zahl der Abholer verdoppelt hat. Das liegt allerdings nicht nur an den Asylbewerbern. Insgesamt ist die Zahl der Abholer in den vergangenen drei Jahren angestiegen, sagt Gebhardt.

    "Wir haben erheblich mehr Lebensmittel als früher, weil wir Firmen dazugewonnen haben. Außerdem geben Firmen, die bisher gespendet haben, jetzt deutlich mehr, damit wir Essen an Asylbewerber abgeben können." Josef Gebhardt, Vorsitzender der Weidener Tafel