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Am Freitag startet die Fußball-EM - wegen Corona mit einem Jahr Verspätung.

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    Fußball-Fieber und Blaupause: Letzte Vorbereitungen auf die EM

    Endlich beginnt die verschobene Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2020, sogar mit Fans im Stadion. Doch von Vorfreude ist bisher wenig zu spüren – zumindest im öffentlichen Raum. Die Polizei fürchtet "unkontrollierbare Privatpartys".

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    Von
    • Katharina Pfadenhauer

    In früheren Jahren brummte kurz vor der EM schon längst der Fan-Artikel-Verkauf, wurden Häuser und Autos beflaggt, Tippspiele veranstaltet und Public-Viewing-Areas aufgebaut. Aber Stimmung kommt dieses Jahr nicht so richtig auf. Auch wegen Corona, sagt der Münchner Sozialpsychologe Professor Dieter Frey. "Fußball steht ja immer auch für emotionale, zwischenmenschliche Beziehungen, wo Begeisterung, Temperament, Emotionen herrscht und das ist im Moment sehr eingeschränkt."

    Fußball: Sehnsüchte und Gemeinsamkeiten

    Der Fußball und Social-Distancing, das passe im Moment einfach nicht zusammen, so der Sozialpsychologe. Fußball sei eben nur die wichtigste Nebensache der Welt und die Menschen hätten gerade andere Sorgen. Auf der anderen Seite sei Fußball eben auch etwas Sinnstiftendes und Gemeinschaftsförderndes, sagt Frey. "Es sind Sehnsüchte nach Siegen, nach Gemeinsamkeiten. Insofern verbindet Fußball einerseits durch das Thema Fußball, andererseits werden Freundschaften geschaffen, erhalten und ausgebaut."

    Polizei: Sorge um "unkontrollierbare Privatpartys"

    Dass die Stimmung gerade ruhiger ist, begrüßt zumindest Jürgen Ascherl von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Die Beamten seien aufgrund der Pandemie ohnehin sehr angespannt und überarbeitet. Darum fordert die Polizeigewerkschaft: Kommunen, Vereine und Fanbeauftragte müssten jetzt zusammenarbeiten, damit das gesamte Turnier friedlich und vor allem pademieverträglich bleibe.

    Denn die Deutsche Polizeigewerkschaft befürchtet, dass es zu unkontrollierbaren Privatpartys kommen könnte. "Wir machen uns tatsächlich Sorgen um die Public-Viewing-Geschichten, die möglicherweise stattfinden. Die Kollegen kommen jetzt schon an die Grenze der Belastung und das merkt man auch an der Stimmung der Kollegen."

    EM-Spiele sollen als Blaupause dienen

    Immerhin könnte in der Münchner Fußball-Arena ein bisschen Stimmung aufkommen. 14.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sind pro Spiel zugelassen. Ein Pilotprojekt und eine Art Blaupause für die Fußball-Bundesliga, die im August startet, wirbt Innenminister Joachim Herrmann. "Wir wollen sehen: Wie läuft das im Stadion ab, wie ist es davor und nach dem Spiel."

    Der sportpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Maximilian Deisenhofer, kritisiert hierbei jedoch mangelnde Transparenz: "Wir haben bis jetzt leider nicht erfahren, wer in dieser Arbeitsgruppe sitzen soll, die dieses Projekt wissenschaftlich begleitet und aus unserer Sicht muss das halt vorher klar sein."

    Herrmann: Lieber Autokorso statt Menschenmengen

    Wen es im Laufe des Turniers doch zum Jubeln auf die Straße zieht, der solle laut Joachim Herrmann übrigens lieber im Autokorso durch die Innenstadt ziehen als in Menschenmengen.

    Professor Dieter Frey hofft übrigens darauf, dass die deutsche Mannschaft ein gutes Turnier spielt und so doch noch ein wenig Fußball-Fieber aufkommt.

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