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München kann der UEFA nicht zusichern, dass bei der Fußball-EM im Sommer Zuschauer ins Stadion gelassen werden. Das hat der Münchner OB Reiter jetzt bekräftigt. Morgen will die UEFA entscheiden, ob die Stadt trotzdem Austragungsort bleiben darf.

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Fußball-EM: Bleibt München Austragungsort?

München kann der UEFA nicht zusichern, dass bei der Fußball-EM im Sommer Zuschauer ins Stadion gelassen werden. Das hat der Münchner OB Reiter jetzt bekräftigt. Heute will die UEFA entscheiden, ob die Stadt trotzdem Austragungsort bleiben darf.

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Von
  • Gerhard Brack

Die Stadt München gibt der Europäischen Fußball-Union (UEFA) weiterhin keine Garantie für die Ausrichtung der vier EM-Spiele in diesem Sommer vor Zuschauern. Das hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter jetzt betont: "Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob es das Infektionsgeschehen im Juni zulässt, Zuschauer ins Stadion zu lassen oder nicht."

UEFA-Entscheidung im Laufe des Tages

Das erklärte der Münchner OB der Zeitung "Welt am Sonntag". Das UEFA-Exekutivkomitee will heute während einer Sitzung entscheiden, ob München trotzdem Mit-Gastgeber des Turniers bleiben darf. Das findet von 11. Juni bis 11. Juli in verschiedenen Städten Europas statt. Für München sind bislang eigentlich vier Partien vorgesehen. Im Fröttmaninger Fußballstadion sollen die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie ein Viertelfinale stattfinden.

OB Reiter will Teil der Plätze für Zuschauer freigeben

Nach der aktuellen Infektionsschutzverordnung sind Veranstaltungen dieser Art mit Zuschauern aber nicht erlaubt. Das betont nun OB Reiter. Er hoffe, "dass sich die Pandemielage bis Juni entspannt und wir unter Einbeziehung zusätzlicher Hygienemaßnahmen und eventueller Teststrategien, wie von der UEFA angestrebt, wenigstens einen gewissen Prozentsatz der Plätze in der Allianz Arena für Zuschauer freigeben können", sagte Reiter.

Volles Stadion in Budapest möglich?

Neun der zwölf EM-Gastgeber haben bereits die Öffnung von mindestens jeweils 25 Prozent der Stadionkapazität für Fans zugesichert. In der ungarischen Hauptstadt Budapest wird möglicherweise sogar vor vollen Rängen gespielt werden. Reiter kommentiert das aktuell so: "Ich kann nur sagen, dass es pandemiebedingt aktuell eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Ungarn gibt und das Land als Hochrisikogebiet eingestuft ist. Insoweit darf man zumindest verwundert sein."

Lauterbach hält Spiele vor Zehntausenden Fans für "nicht vertretbar"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat derweil EM-Spiele im Sommer in München vor großer Zuschauerkulisse ausgeschlossen. "Wenn es ein paar Hundert oder wenige Tausend Zuschauer sind, dann kann man sich das im Großen und Ganzen noch vorstellen. Wenn wir aber hier über 10.000, 20.000 Zuschauer sprechen, dann ist es nicht machbar. Dafür haben wir schlicht keine Testerfahrung", sagte der Gesundheitsexperte dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Wir wissen nicht, wie gefährlich das ist. Und dann wird auch noch gereist. Ich halte das für medizinisch nicht vertretbar."

Infektionsgeschehen im Juni entscheidend

Das Infektionsgeschehen im Juni werde die Entscheidungsgrundlage sein dafür, "ob Zuschauer im Stadion sind und welche Veranstaltungen rund um die EM-Spiele stattfinden können oder nicht", betont Reiter.

"Ich gehe weiterhin davon aus, dass wir in München im Sommer vier EM-Spiele sehen werden." Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter

Bund und Bayern bestätigen: keine Zusage für Publikum

Das Bundessportministerium, für das Horst Seehofer verantwortlich ist, und die Bayerische Staatskanzlei bekräftigen ebenfalls, derzeit könne es keine Zusage für die Zulassung von Zuschauern für EM-Spiele geben, berichtet die "Bild am Sonntag". Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte auf Anfrage der dpa dazu den Eingang zweier Schreiben, wollte aber nicht Konkretes zum Inhalt offenlegen. "Trotz der herausfordernden pandemischen Entwicklung bleiben wir optimistisch, dass die UEFA mit München bei der EURO 2020 plant", heißt es beim DFB.

DFB plant weiter mit München

Nach Informationen des SID existieren beim DFB keine EM-Pläne mit einer anderen deutschen Stadt, alternative Szenarien mit Spielen in einem anderen Bundesland gebe es nicht. Einzelne Medien hatten zuvor über Stuttgart als Ersatzspielort spekuliert. München gehört aufgrund der fehlenden Zuschauergarantie zusammen mit Bilbao und Dublin aber tatsächlich zu den Wackelkandidaten der morgigen UEFA-Sitzung und könnte seine vier Spiele verlieren. Für Bilbao wird bereits Sevilla als Ersatz gehandelt, als Alternative für Dublin ist Manchester im Gespräch.

(Mit Material von dpa und SID)

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