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Mit Schildern will der Bayerische Jagdverband für Rücksicht im Wald sorgen

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    Für mehr Rücksicht im Wald: Jagdverband stellt Schilder auf

    Wanderer, Geo-Cacher, Mountainbiker: In Bayerns Wäldern ist aktuell viel los. Wer es auf dem Lockdown-Sofa nicht mehr aushält, den zieht es in die Natur. Doch nicht jeder kennt die Hausregeln im Wald. Der Bayerische Jagdverband will das nun ändern.

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    Von
    • Henry Lai

    Ein stilles Fleckchen irgendwo auf dem Heidenberg, einem Wandergebiet im Landkreis Roth. Dort wo der hiesige Förster Hubert Riedel gerade unterwegs ist, kommt normalerweise kein Wanderer hin. Seine dicken Schuhe streifen über unebenes Gelände. Steine und Wurzeln sind im Weg, teilweise muss er über niedrige Stämme steigen. Im Hintergrund ragt ein stolzer und weit verzweigter Baum in den Himmel – eine gute Heimat für Eulen und Käuze. Eigentlich ein naturbelassenes Gebiet.

    Biker da, Eulen weg

    Doch tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Mountainbike-Trail, der illegal in dieses Stück Wald gebaut wurde. Die Schneise ist kaum mehr als einen Meter breit, aber trotzdem hat der Trail Folgen für die Natur. Der erwähnte Eulenbaum, der jahrelang von Vögeln für die Brut genutzt wurde, steht leer, seit hier Mountainbiker unterwegs sind. "Wir sind jetzt wirklich in einem sehr ruhigen Eck", sagt Riedel. "Normalerweise ist hier kein Besucherverkehr. Aber durch diese Trails haben wir eben doch regelmäßige Störungen."

    Wenig Alternativen: Viele drängen in die Natur

    Doch es sind nicht nur die Mountainbiker – überhaupt ist gerade viel im Heidenberg und allen anderen Wäldern im Freistaat los. Kein Wunder: Außer Spazierengehen und in die Natur flüchten, gibt es kaum noch Freizeitalternativen. "Es ist ganz klar erkennbar, dass die Erholungssuchenden und der Freizeitdruck gerade in diesen ballungsraumnahen Wäldern deutlich zugenommen hat", erklärt der Förster. Konkrete Zahlen hat er aber nicht, er rechnet aber mit der doppelten Besucherzahl.

    Jeder darf in den Wald gehen

    Um es klarzustellen: Hubert Riedel findet es gut, dass immer mehr Menschen den Wald für sich entdecken. Und schließlich könne man niemanden davon abhalten, in einen öffentlichen Wald zu gehen. Das Recht auf Naturnutzung ist schließlich gesetzlich verankert.

    Die Hausregeln im Wald

    Doch es müssten sich eben alle an die Regeln halten, die im Wald herrschen. Das tun aber nicht alle. Zum Beispiel gebe es immer wieder Wanderer, die nicht auf den Wegen laufen, sondern querfeldein. Das erschreckt die Wildtiere und diese flüchten daraufhin, so Riedel. Das stresst die Tiere, im schlimmsten Fall laufen sie vor ein fahrendes Auto. Der Bayerische Jagdverband spricht von vermehrten Wildunfällen tagsüber, genaue Zahlen gibt es aber nicht.

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    Die Schilder werden teilweise mitten im Wald aufgestellt

    Schilder zur Aufklärung

    Um allen die Benimmregeln im Wald klar zu machen, hat der Verband jetzt eine Informationskampagne gestartet. Dazu werden unter anderem Schilder im Wald aufgestellt werden, um die Menschen über das richtige Verhalten aufzuklären. Die Schilder sind nur ein Teil der Kampagne, erzählt Volker Bauer, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbands in Mittelfranken. Die Kampagne soll auch im Internet und auf sozialen Plattformen laufen, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

    Appelle für mehr Rücksicht

    Der Appell von Förster und Jagdverband: Hunde anleinen, auf den Wegen bleiben, keinen Müll hinterlassen und nachts aus dem Wald draußen bleiben. Auch die Mountainbiker, die auf den illegal gebauten Trails unterwegs sind, sollen so zum Umdenken gebracht werden.

    Förster Riedel zweifelt daran, dass es ein Schild alleine richten wird: "Ich denke, das muss man in einem Maßnahmen-Paket betrachten. Aber natürlich ist das ein kleiner Baustein, der überhaupt bei einem oder anderen zum Nachdenken anregt".

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