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Eichstätt setzt auf Bürgerbeteiligung | BR24

© BR/Thomas Kempe

Eichstätts Oberbürgermeister Josef Grienberger (CSU, links) und Stadtbaumeister Jens Schütte sitzen auf Palettenmöbeln.

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    Eichstätt setzt auf Bürgerbeteiligung

    Eichstätt ist zwar klein, aber bekannt: als Uni-Standort, als Bischofssitz, als Stadt mit der bayernweit niedrigsten Arbeitslosigkeit. Jetzt will das Städtchen besonders bekannt für seine Bürgerbeteiligung werden.

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    Die Altmühl fließt mitten durch das idyllische Eichstätt hindurch. Seit Jahrzehnten schon ist es Thema in der Bürgerschaft und in der Stadtverwaltung, wie beide Ufer besser für die Bevölkerung erschlossen werden können. Wie man Leben und Lebensqualität an den Fluss bringt.

    Palettenmöbel an der Altmühl

    Ein erster Schritt dazu sind ausgerechnet Palettenmöbel, von engagierten Jugendlichen zusammengezimmert und vom städtischen Bauhof aufgestellt. Die Idee, diese an an mehreren Stellen entlang des Flusses zu platzieren, kam aus der Bevölkerung. Das Ziel: Gerade in Coronazeiten einfach mehr nutzbare Fläche draußen zu haben, erzählt Eichstätts Oberbürgermeister Josef Grienberger (CSU). Zusammenarbeit für die Stadtgemeinschaft. Und genau darum geht es bei der Bürgerbeteiligungsoffensive in Eichstätt auch, sagt der Oberbürgermeister.

    "Das ist nicht nur eine Verwaltung, die verantwortlich ist für das, was draußen passiert. Das sind auch nicht nur die Bürger für sich. Sondern es ist das gemeinschaftliche Anpacken. Zusammenarbeiten, austauschen, zusammenhelfen!" - Josef Grienberger (CSU), Oberbürgermeister von Eichstätt

    Bürger können sich einbringen - auch online

    Bürgerinnen und Bürger können sich in Eichstätt bei Bürgerversammlungen einbringen, im persönlichen Gespräch oder im Internet - zum Beispiel über ein extra eingerichtetes Onlineformular, wo sie ihre Ideen für die Stadtentwicklung beschreiben und abschicken können. Alleine durch das Formular gab es seit Juli bereits 50 neue Vorschläge. Mitreden, mitgestalten und zusammen die Stadt noch lebenswerter machen – für Bewohner und Gäste, so Grienberger. Der Kooperationsgedanke zwischen Bevölkerung und Institutionen in Eichstätt ist dabei eine Kernidee.

    Gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Institutionen

    Ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und anderen Institutionen: das Podcastprojekt "In einem Eichstätt vor unserer Zeit" von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Angefangen hat es als Uni-Seminar. Doch dann kamen die Verantwortlichen auf die Idee, mit der Tourist-Information zusammenzuarbeiten. "Die Touristinfo hat mit den Studierenden die Idee weiterentwickelt und den Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern hergestellt, die sich dann in die Podcasts eingebracht haben", erzählt Grienberger.

    © BR

    Eine Folge der Podcast-Serie "In einem Eichstätt vor unserer Zeit"

    Illuminati in Eichstätt

    In einer der Podcastfolgen geht es zum Beispiel um den Geheimbund der Illuminaten, die nicht nur damals in Eichstätt sehr präsent waren. Auch heute noch finden sich zahlreiche Relikte ihres Wirkens. Wie zum Beispiel im ehemaligen Garten der Begegnung hinter dem lachsrosa gestrichenen Cobenzl-Schlösschen. Dessen ehemaliger Herr, Ludwig Graf von Cobenzl, war nicht nur Dompropst, sondern auch bekennender Illuminat. Zu der Folge beigetragen haben unter anderem ein Stadtführer und ein Domdekan.

    Podcast-Serie wird zum Gemeinschaftsprojekt

    Nicht nur die Illuminaten, der gesamte Podcast mit den spannenden Geschichten aus und über Eichstätt kommen sehr gut an, erzählt Michael Graßl, einer der Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni. Informationen und weitere Anregungen bekamen die Studierenden aus der Bevölkerung. Und so wurde aus dem Uni-Seminar eine Art städtisches Gemeinschaftsprojekt.

    Weitere Projekt geplant

    Bürgerbeteiligung im besten Sinne also – genau so, wie es sich Oberbürgermeister Josef Grienberger vorstellt. Mit den guten Erfahrungen, die Eichstätt bisher mit den kleineren Projekten gesammelt hat, soll es weitergehen. Unter anderem ist ein umfassendes Konzept für die Nutzung der Flächen entlang der Altmühl geplant - natürlich unter enger Einbeziehung von Bürgerideen.

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