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Für 52 Millionen Euro: Neue Wege für die Landwirtschaft | BR24

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Weil die Maschinen in der Landwirtschaft immer größer werden, bekommen die Landwirte in Bayern nun neue Wege. Breiter sollen sie sein und größere Lasten sollen sie aushalten.

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Für 52 Millionen Euro: Neue Wege für die Landwirtschaft

Die Landwirtschaft in Bayern bekommt neue Wege. Breiter sollen sie sein und größere Lasten sollen sie aushalten. In der Fränkischen Schweiz gibt es bereits erste Beispiele dafür. Es regt sich jedoch auch Kritik am sogenannten "Kernwegekonzept".

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Von
  • Sandra Jozipovic
  • Carlo Schindhelm

400 Kilometer Wege sollen in der Fränkischen Schweiz in den kommenden 25 Jahren ausgebaut werden. Betroffen sind vor allem die Landkreise Bayreuth und Forchheim. Die Wege sollen breiter werden, damit die größeren und breiteren landwirtschaftlichen Maschinen auf ihnen besser fahren können. Auch Radfahrer und Wanderer können die asphaltierten Wege nutzen.

Von ausgebauten Wegen sollen viele profitieren

Ortstermin in Siegmannsbrunn bei Pottenstein: Der Geschäftsführer der regionalen Entwicklungsgesellschaft Wirtschaftsband A9/Fränkische Schweiz, Michael Breitenfelder, zeigt eine große Karte. Zu sehen sind bestehende Straßen. In Rot und Gelb sind neue Asphaltwege für die Landwirtschaft eingezeichnet. In Siegmannsbrunn gibt es schon einen ganz neuen, rund einen Kilometer langen Weg aus Asphalt, der auch von Radfahrern genutzt werden soll.

18 Kommunen planen 400 Kilometer Wegenetz

An der Planung des 400 Kilometer großen Wegenetzes beteiligen sich 18 Kommunen in der Fränkischen Schweiz. Gemeinsam wollen sie den Ausbau der Wege in den nächsten 25 Jahren realisieren. Stefan Frühbeißer (FW), Bürgermeister der Gemeinde Pottenstein, glaubt, dass auch die Allgemeinheit von den Wegen profitieren wird. Sie stellten einen großen Vorteil für die Infrastruktur in der ländlichen Region dar.

"Diese Kernwege haben natürlich auch ihren Nutzen als Radwegelückenschluss, als Verbindung für Wanderwege und sind von daher vielseitig nutzbar", so Frühbeißer. Auch Autos könnten in manchen Kommunen auf die neuen Wege ausweichen. Frühbeißer sieht auch einen Gewinn für die Verkehrssicherheit, wenn große Erntemaschinen nicht auf den Staatsstraßen unterwegs seien.

Umweltschützer fürchten Zerstörung der Landschaft

Klaus-Dieter Preis von der Bürgerbewegung Ökologische Region Fränkischen Schweiz hingegen hat große Sorge um die Landschaft in seiner Heimat. Er befürchtet, dass im Namen der landwirtschaftlichen Erschließung eine Verkehrserschließung der Fränkischen Schweiz erfolgen könnte.

Auch der Bund Naturschutz sieht die Asphaltierung der Wege als großes Problem, da der Boden versiegelt und die kleinteilige Landschaft in der Fränkischen Schweiz zerstört werde. Die Wege für die Erntemaschinen könnten auch geschottert statt asphaltiert werden, findet Klaus-Dieter Preis. Der Umweltschützer hofft, dass die Landwirte Widerstand leisten: "Im Grunde kann ich nur hoffen, dass die Landwirte den Unfug begreifen, der hier geschieht und ihr Land nicht für die Wege zur Verfügung stellen."

Ausbau der Wege kostet rund 52 Millionen Euro

Zusätzliches Land wird für das Wegenetz nötig sein. Denn die Kernwege sollen dreieinhalb Meter breit sein. Hinzu kommen befestigte Seitenstreifen und Entwässerungsgräben. Laut dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium sind bayernweit bereits 133 Kilometer bewilligt. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 52 Millionen Euro.

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