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Fünfte Stele aufgestellt: "Weg der Erinnerung" komplett | BR24

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Bildrechte: BR/ Björn Möller

In Würzburg wurde heute die fünfte Stele des "Wegs der Erinnerung" am Aufgang der Aumühle aufgestellt. Der Weg, der am ehemaligen Platz'schen Garten beginnt und am kleinen Güterbahnhof an der Aumühle endet, ist damit komplett.

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Fünfte Stele aufgestellt: "Weg der Erinnerung" komplett

In Würzburg wurde die fünfte Stele des "Wegs der Erinnerung" am Aufgang der Aumühle aufgestellt. Der Weg, der am ehemaligen Platz'schen Garten beginnt und am kleinen Güterbahnhof an der Aumühle endet, ist damit komplett.

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Von
  • Katja Ortlauf

Der "Weg der Erinnerung" zeigt, wie der Deportationswegs von 1941 bis 1944 für den Großteil der unterfränkischen Juden verlief. Vom Güterbahnhof Aumühle, dem "Aumühl-Ladehof", fuhren die Züge in die Vernichtungslager. Die Würzburger Projektgruppe "Wir wollen uns erinnern" arbeitet seit Jahren an dem "Weg der Erinnerung". Inzwischen ist aus der Projektgruppe der Verein "DenkOrt Deportationen e.V." entstanden.

Auseinandersetzung mit NS-Verfolgungspolitik

Der "Weg der Erinnerung" wird seit 2011 sichtbar gemacht. Das Denkmal am Platz’schen Garten markiert seinen Anfang und ist die erste Station. Hier steht auch die erste Informationsstele, so der Verein. Drei weitere Stationen liegen auf dem Weg von dort zum ehemaligen Güterbahnhof Aumühle. Durch die authentische Strecke bietet der Erinnerungsweg Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit der NS-Verfolgungspolitik in ganz Unterfranken. Zugleich präsentiert er sich laut Verein als Ort der regionalen Erinnerungskultur.

Erste Deportation im November 1941

Am 27. November 1941 begann die erste Deportation in Unterfranken. 202 Jüdinnen und Juden wurden in den Osten gebracht, nach Riga-Jungfernhof. Nachts um 3.30 Uhr wurden die unterfränkischen Juden zur Aumühle getrieben, um Würzburg gegen 5.50 Uhr für immer zu verlassen. Vier Personenwagen umfasste der damalige Zug, an den noch zwei Güterwaggons für das Gepäck angehängt wurden.

Ursprünglich sollte DenkOrt-Denkmal hier stehen

Ursprünglich war am Güterbahnhof Aumühle das DenkOrt-Denkmal geplant, da hier die meisten Deportationszüge abfuhren. Aus bautechnischen Gründen ließ sich dieses Vorhaben nicht realisieren. Nun steht das Denkmal vor dem Würzburger Hauptbahnhof, der ebenfalls Ausgangspunkt einer Deportation war.

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