BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Führerschein mit 17 - üblich im Bayerischen Wald | BR24

© BR/Renate Roßberger

Auf dem Land machen viele 17-Jährige vorzeitig den Führerschein. Der Grund sind schlechte Nahverkehrsverbindungen - vor allem im Bayerischen Wald.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Führerschein mit 17 - üblich im Bayerischen Wald

Auf dem Land machen viele 17-Jährige vorzeitig den Führerschein. Sie dürfen damit unbegleitet zur Arbeits- oder Ausbildungsstelle fahren. Der Grund sind schlechte Nahverkehrsverbindungen - vor allem im Bayerischen Wald.

Per Mail sharen
Teilen

Wer auf dem Land unterwegs ist und vor sich im Auto jemanden am Steuer sieht, der noch recht jung aussieht, soll bitte Rücksicht nehmen. Denn viele 17-Jährige haben bereits den Führerschein gemacht, der ihnen erlaubt, auch unbegleitet zur Arbeit oder Ausbildungsstelle zu fahren. Mit Bus und Bahn kommt man - zum Beispiel im Bayerischen Wald - nicht weit.

122 frühzeitige Führerscheine in Cham

Trotz der vielen verbesserten Nahverkehrskonzepte machen immer noch viele frühzeitig den Führerschein, da sie sonst keine Möglichkeit hätten, zügig zur Arbeit zu kommen. Das Landratsamt Regen hat letztes Jahr 57 Anträge auf eine Ausnahme vom Mindestalter zum Führen von Kraftfahrzeugen genehmigt. Beim Landratsamt Freyung Grafenau waren es 77 Genehmigungen und in Cham in der Oberpfalz sogar 122.

Fußweg von drei Kilometern zumutbar

Frühestens mit sechzehneinhalb Jahren darf man Fahrstunden nehmen, frühestens mit 17 alleine. Antragsteller mit nicht-berufstätigen Familienangehörigen, die regelmäßig fahren können, bekommen keine Genehmigung. Das Gleiche gilt für die, die eine Mitfahrgelegenheit haben. Auch ein Mofa oder ein Fußweg von drei Kilometern sind zumutbar.

Nahverkehrskonzept im Landkreis Regen in Arbeit

Im Landkreis Regen wird derzeit an einem Nahverkehrskonzept gearbeitet. Doch das hat Grenzen: Busse im Stundentakt in jeden Weiler sind nicht finanzierbar - wohl aber zum Beispiel Rufbusse oder organisierte Mitfahrzentralen. Alles teils schon umgesetzte Ideen für das neue Nahverkehrskonzept. Christina Wibmer vom Sachgebiet ÖPNV sagt: "Es geht auch um erwachsene Teilzeitbeschäftigte, oder um Berufseinsteiger, die sich ein zweites Auto nicht leisten können - oder um Mitarbeiter, die in der Gastronomie oder im Einzelhandel tätig sind. Die haben am Wochenende teilweise keine Fahrmöglichkeit."