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Frühwarnwert erreicht: Ab jetzt Alkoholverbot in München | BR24

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Ab sofort tritt in München ein teilweises Alkoholverbot in Kraft, weil der Frühwarnwert von 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten wurde. Die Regelungen gelten für zunächst sieben Tage. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

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Frühwarnwert erreicht: Ab jetzt Alkoholverbot in München

In München tritt ab sofort ein teilweises Alkoholverbot in Kraft. Der Frühwarnwert von 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wurde überschritten. Auch für Kitas hat das Konsequenzen.

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Von
  • Birgit Grundner
  • Veronika Laggerbauer

Im Stadtgebiet von München gilt ab sofort: Im öffentlichen Raum ist es zwischen 21 Uhr und 6 Uhr verboten, Alkohol zu verkaufen. Von 23 Uhr bis 6 Uhr darf kein Alkohol im öffentlichen Raum getrunken werden. Die Stadt hatte Anfang der Woche angekündigt, dieses teilweise Alkoholverbot einzuführen, sobald der Frühwarnwert von 35 Corona-Neuinfektionen in der 7-Tage-Inzidenz erreicht wird. Der aktuelle Wert vom Freitag liegt bei 35,27.

Verbot zunächst für sieben Tage

Wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Allgemeinverfügung hervorgeht, gilt das Verbot zunächst für sieben Tage. Danach wird wieder neu entschieden, wie es weitergehen soll.

Ausnahmen für Gastronomie

Der Ausschank in der Gastronomie "zum unmittelbaren Konsum vor Ort" und bei genehmigten Veranstaltungen ist aber weiter erlaubt. Ausnahmen werden nur für die Freischankflächen der Gastronomie und bei genehmigten Veranstaltungen gemacht.

Vor allem die Polizei ist für die Kontrollen zuständig

Für die Durchsetzung der Verbote ist jetzt vor allem die Polizei zuständig. Die teilte heute mit, die Maßnahme sei sinnvoll, weil alkoholisierte Personen oft Schwierigkeiten hätten, den Infektionsschutz zu beachten. Schon seit Monaten würden die Einsatzkräfte öffentliche Plätze, an denen gerne gefeiert wird, kontrollieren, ob die jeweiligen Bestimmungen der Infektionsschutzverordnung eingehalten werden.

Polizei sieht sich gut vorbereitet

Mit dem Alkoholverbot komme zu diesen Kontrolltätigkeiten ein weiterer Baustein hinzu. Zusätzliche Einsatzkräfte sind deshalb aber nicht vorgesehen. Im Bereich des Münchner Hauptbahnhofs gilt bereits seit 1. August 2019 rund um die Uhr ein Alkoholverbot. Mit den seitdem dort gesammelten Erfahrungen sieht sich die Polizei deshalb gut gerüstet.

Gewerbeamt soll Verkaufsverbot beobachten

Bei der Stadt kann man sich aber auch Schwerpunkteinsätze des Kommunalen Außendienstes vorstellen, der zuletzt auch schon zeitweise am Gärtnerplatz unterwegs war. Speziell auf das Verkaufsverbot soll auch das Gewerbeamt ein Auge haben.

Bußgelder bis zu 500 Euro

Bei Verstößen drohen Bußgelder von mindestens 150 Euro für den Konsum von Alkohol bzw. 500 Euro für den Verkauf.

Stadt will Ausgangsbeschränkungen vermeiden

Die Stadt will mit dem Alkoholverbot eine weitere Zunahme der Corona-Neuinfektionen eindämmen und Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen oder Schulschließungen möglichst vermeiden, wie es in einer Mitteilung aus dem Rathaus heißt.

Neues Kita-Konzept

Folgen hat die Überschreitung des Inzidenzwerts 35 auch für die Kitas, die am Dienstag ins neue Betriebsjahr starten. Zwar können so viele Kinder wie geplant betreut werden. Aber sie müssen in festen Gruppen zusammenbleiben und dürfen sich nicht wie sonst frei im Haus bewegen, damit eventuelle Infektionswege gut nachvollziehbar sind.

Notbetreuung ab Inzidenzwert von über 50

Sollte ein Inzidenzwert von über 50 erreicht werden, würde "nur noch eine Notbetreuung für definierte Zielgruppen wie Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen, Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden, Kinder mit Behinderung und Kinder mit besonderem Schutzbedürfnis" organisiert. Pro Gruppen könnten bis zu zehn Kinder betreut werden, wie die Stadt am Freitag mitteilte.

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