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Frühlingswetter: Einsätze für die Bergwacht und zwei Lawinen | BR24

© Bergwacht Lenggries

Ein Hubschrauber holt die Lenggrieser Bergretter für einen Einsatz am Schönberg ab

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Frühlingswetter: Einsätze für die Bergwacht und zwei Lawinen

Bei herrlicher Sonne und milden Temperaturen hat es am Wochenende Tausende Wintersportler in die Berge gezogen. Die Bergwachten hatten viel zu tun, um Verletzten zu helfen. Auch zwei Lawinen gingen ab. Suchhunde und Hubschrauber waren im Einsatz.

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Wintersportler überall: Am Hausberg in Garmisch-Partenkirchen tummelten sich am Sonntag zahlreiche Skifahrer und Snowboarder auf den Pisten. "Wir haben hervorragende Bedingungen und sind sehr zufrieden", sagte ein Sprecher des Jenner-Skigebiets in Schönau am Königssee (Landkreis Berchtesgadener Land). Von der Zugspitze und zahlreichen weiteren Gipfeln im Freistaat genossen Ausflügler die Weitsicht.

Samstag: Fünf Mal kam der Rettungshubschrauber

Das frühlingshafte Wetter in Oberbayern bescherte der Bergwacht Lenggries und den Bergwachten am Brauneck ein einsatzreiches Wochenende. Fünf mal musste am Samstag der Rettungshubschrauber gerufen werden – drei mal davon außerhalb des Skigebiets.

Am Samstagmorgen klagte ein 13-jähriges Mädchen aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nach einem Sturz mit dem Snowboard am Lenggrieser Hang über starke Bauchschmerzen. Der Lenggrieser Notarzt der Bergwacht entschied nach der Untersuchung vor Ort, die Jugendliche vorsichtshalber so schnell wie möglich per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus bringen zu lassen, da der Verdacht auf Innere Verletzungen bestand. Im Unfallklinikum Murnau stellte sich diese Entscheidung später als richtig heraus.

Zwei zeitgleiche Einsätze für die Bergwacht

Am Mittag folgte ein Hubschrauber-Einsatz außerhalb des Skigebiets an der Ochsensitzerbrücke in Vorderiss. Ein 77-jähriger Schneeschuhwanderer aus München hatte sich beim Sturz das Bein gebrochen. Die Lenggrieser Bergwacht war mit dem Skidoo schnell vor Ort und versorgte den Verletzten. Ein Rettungshubschrauber brachte den Mann in eine Klinik.

Zur gleichen Zeit musste die Bergwacht erneut ausrücken. Am Schönberg hatte sich eine Skitourengeherin am Knie verletzt. Die 52-Jährige war bei der Abfahrt in Höhe Maria Eck gestürzt und konnte nicht mehr ins Tal fahren. Für die Rettung musste ein Hubschrauber zuerst einen Bergretter im Brauneck Skigebiet abholen, da die Helfer im Tal bereits beim Einsatz in Vorderiss waren. Am Schönberg wurde der Bergretter zu der verletzten Frau aus dem Landkreis Starnberg abgelassen. Gemeinsam wurden sie wieder an Bord geholt.

Polytrauma und zwei völlig entkräftete Männer

Am Nachmittag zog sich ein Skifahrer mehrere zum Teil schwere Verletzungen zu, ein sogenanntes Polytrauma. Der 29-Jährige aus Nürnberg war beim Sturz am Stockhang von der Piste abgekommen und mit einem Baum kollidiert. Der Mann wurde mit einen Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Der letzte Hubschrauber-Einsatz folgte am Abend nahe dem Fockenstein. Zwei junge Männer aus dem Raum München hatten sich bei Ihrer Bergtour im Schnee übernommen. Die beiden etwa 25-Jährigen konnten vor Erschöpfung nicht mehr weiter und wählten den Notruf. Allerdings konnte der genaue Standort nicht angegeben und erneuter Telefonkontakt nicht mehr hergestellt werden. Da es bereits dunkel wurde, musste es schnell gehen. Der Einsatzleiter entschied, einen Hubschrauber für die Suche nach den Männern hinzuzuziehen. Ein Helikopter aus Kufstein machte sich mit zwei Lenggrieser Bergrettern auf die Suche nach den Bergwanderern. Sie konnten auf dem Sattel zwischen Geierstein und Fockenstein gerettet werden. Unverletzt im Tal angekommen, machten sie sich mit dem Zug auf den Nachhauseweg.

Lawinen: Suche nach Verletzten und beschädigte Skisprungschanze

Eine Lawine aus Nassschnee ging am Samstag im oberbayerischen Spitzinggebiet am Schliersee (Landkreis Miesbach) ab. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass von der etwa 400 Meter langen, 70 Meter breiten und bis zu sechs Meter hohen Lawine Menschen verschüttet wurden, durchsuchten etwa 130 Einsatzkräfte von Bergwacht, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei die Schneemassen. Auch Hubschrauber und Lawinensuchhunde waren im Einsatz. Nach vier Stunden brachen die Retter ihre Suche ab.

Am Kälberstein nahe Bischofswiesen im Landkreis Berchtesgadener Land beschädigte eine Lawine eine Skisprungschanze. Der Schnee war nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Anlauf der Schanze ins Rutschen geraten. Beschädigt wurde die Holzkonstruktion des Schanzentisches. Feuerwehr und Bergwacht schaufelten von Hand den Schnee herunter. Die Höhe des Schadens ist bisher unbekannt.

Die Polizei Oberbayern Süd warnt vor Schneebrettern in exponierten Lagen. Trotz der geringen Lawinenwarnstufe 1 sei wegen der frühlingshaften Bedingungen größte Vorsicht geboten.