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Frühling: Ein Waldspaziergang mit allen Sinnen | BR24

© BR/Zara Kroiß

Ein Aufenthalt im Wald tut uns nachweislich gut - ihn zu riechen, ihn zu hören, ihn zu sehen. Aber wie aktiviert der Wald jetzt aktuell im Frühling unsere Sinne? Ein Waldspaziergang mit Forstdirektor Cornelius Bugl.

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Frühling: Ein Waldspaziergang mit allen Sinnen

Ein Aufenthalt im Wald tut uns nachweislich gut - ihn zu riechen, ihn zu hören, ihn zu sehen. Aber wie aktiviert der Wald jetzt aktuell im Frühling unsere Sinne? Was gibt es Neues zu entdecken? Ein Waldspaziergang mit Forstdirektor Cornelius Bugl.

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Wie riecht der Frühling? Wie sieht er aus? Wie hört er sich an? Bei einem Waldspaziergang im Frühjahr lässt sich mit allen Sinnen Neues entdecken. Selbst Forstdirektor Cornelius Bugl ist jedes Mal fasziniert von der Verwandlung des Waldes - wenn der Frühling, den Winter ablöst: "Dieser Aspekt durch sonnendurchflutete Wälder zu gehen, gleichzeitig aber auch zu hören, wie die Natur anspringt, wie die Vögel anfangen zu zwitschern. Das ist etwas, das bietet eigentlich nur das Frühjahr nach dieser langen winterlichen Unterbrechung."

Mehr zu unserem Jahresthema "Wald" finden Sie hier.

Den Wald HÖREN

Gleich beim Betreten eines Waldgebietes in Sinzing (Lkr Regensburg) ist es zu hören - das altbekannte Klopfen: Ein Specht ist aktiv. In diesen Wäldern sehr häufig, wie der Forstdirektor erklärt: "Der lange Winter geht zu Ende, und jetzt trommeln die natürlich ganz massiv, weil sie ihre Reviere auch dadurch abgrenzen wollen und weil sie natürlich da auch den weiblichen Spechten signalisieren wollen 'das mache Sinn, dass man sich da mal trifft'."

Neben dem Specht sind aber auch viele Amseln im Moment aktiv. Immer wieder rauschen sie an einem vorbei. Für Bugl der schönste Gesang des Frühlings: "Das hat man einfach im langen Winter vermisst."

Den Wald FÜHLEN

Kann man den Frühling auch fühlen? Cornelius Bugl sagt "Ja". Neben der Frühjahrssonne auf der Haut, die den ganzen Körper erwärmt, lässt sich auch während des Laufens auf Waldboden - vor allem abseits des Waldwegs - feststellen, dass der Frühling im Wald angekommen ist. "Die Niederschläge des Winters haben hier den Boden benetzt und durchdrängt und haben dieses ganze Substrat weicher gemacht. Es ist nicht mehr ganz so laut, wie im Herbst zum Beispiel, wenn man übers Laub geht."

Den Wald RIECHEN

Der Geruch der natürlichen Duftstoffe des Waldes beruhigt nachweislich und baut Stress ab. Gerade jetzt, im Frühling, bekommen wir besonders viel von diesen Duftstoffen ab, erklärt Cornelius Bugl: "Gerade wenn die Sonne jetzt den Waldboden wieder erwärmt, kann man diesen ganz eigenen Geruch von Laub und Erde nochmal intensiver wahrnehmen. In 20 Meter Entfernung liegt zum Beispiel ein frisch gefälltes Holz. Dem werden wir uns nähern. Da sind natürlich diese Geruchskomponenten besonders intensiv."

Den Wald SEHEN

Schon allein der Anblick eines Waldes tut uns gut. Während der Wald allerdings im Winter oft sehr eintönig wirkt, ist jetzt im Frühling schon mehr los. Es blüht allmählich. Auch der Forstdirektor entdeckt bei seinem Spaziergang am Waldrand die ersten offenen Blüten des Frühjahres: "Der Hartriegel hat hier schon seine gelben Blüten geöffnet. Die dienen natürlich als erste Nahrung für Insekten, vor allem für Bienen."

Neben Bienen sind jetzt aber auch wieder andere Tiere im Frühling aktiv. "Wenn man jetzt zum Beispiel unterwegs ist in den Morgenstunden oder Abendstunden, sieht man auch immer wieder zahlreiche Rehe. Auch der Dachs - sobald es wärmer wird, kommt auch der wieder an die Oberfläche. Und da sehen wir den ersten Zitronenfalter des Jahres, auch das ist wieder ein schöner Weiser: Das Frühjahr ist nicht mehr aufzuhalten", erklärt Bugl.

© Zara Kroiß

Forstdirektor Cornelius Bugl entdeckt die ersten offenen Blüten am Waldrand

© Zara Kroiß

In einem Waldgebiet in Sinzing (Lkr Regensburg) dient, neben den ersten Blüten des Frühjahrs, auch dieses Insektenhotel als Nahrungsstätte.

© Zara Kroiß

Forstdirektor Cornelius Bugl geht am liebsten im Frühjahr durch den Wald.

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