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Ein weiteres Stück Industriegeschichte geht am 30. April 2021 zu Ende: Die Prinovis-Druckerei in Nürnberg schließt ihre Tore für immer.

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Früherer Katalog-Gigant: Prinovis-Druckerei in Nürnberg schließt

Jeder hatte schon die Kataloge von Quelle, Otto oder Ikea in der Hand. Gedruckt wurden sie in Nürnberg. Doch das ist Vergangenheit: Die Prinovis-Druckerei im Nürnberger Stadtteil-Langwasser schließt für immer ihre Pforten.

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Von
  • Nora Kaltenbeck
  • Frank Staudenmayer

Ein weiteres Stück Industriegeschichte geht am 30. April zu Ende: Die Prinovis-Druckerei im Nürnberger Stadtteil-Langwasser schließt ihre Tore. Die zur Bertelsmann-Gruppe gehörende Prinovis hatte im April 2019 das Aus für die Druckerei verkündet. Aufgrund deutlicher Mengen- und Preisrückgänge sei die Schließung des Nürnberger Standorts unumgänglich geworden, hatte Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe damals erklärt.

Aus für Quelle-Katalog, dann Otto, dann Ikea

Im Jahr 2009 war der Druck des Quelle-Katalogs eingestellt worden, im Jahr 2018 fiel als weiterer Großauftrag für die Druckerei auch der Otto-Katalog mit seiner Millionenauflage weg. Zuletzt hatte Ikea den Ausstieg von seinem gedruckten Katalog erklärt.

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Jeder hatte schon die Kataloge von Quelle, Otto oder Ikea in der Hand. Gedruckt wurden sie in Nürnberg. Doch das ist Vergangenheit: Die Prinovis-Druckerei im Nürnberger Stadtteil-Langwasser schließt für immer ihre Pforten.

Einst 1.100 Beschäftigte

Ihren Anfang nahm die Prinovis-Druckerei 1947 als Buchdruckerei im Nürnberger Land, damals unter dem Namen Maul und Co. Bald folgte der Umzug nach Nürnberg. Das Unternehmen wuchs und beschäftigte in den 1970er-Jahren rund 1.100 Beschäftigte.

Europäisches Zentrum des Tiefdrucks

1975 stieg Bertelsmann ein. Im Jahr 2005 schloss Bertelsmann seinen Tiefdruck-Bereich mit Springer zusammen: Prinovis entstand. Der Standort Nürnberg erzielte damals 600 Millionen Euro Jahresumsatz mit dem Druck vor allem von Katalogen und Zeitschriften und war das europäische Zentrum des Tiefdrucks: Fast alle Kataloge der großen Versandhäuser Europas wurden hier gedruckt.

Von Apotheken Umschau bis Motorwelt

Aber auch Zeitschriften und Magazine liefen in Nürnberg durch den Druck: sei es die Fernsehzeitschrift "rtv", die Apotheken Umschau, die ADAC Motorwelt oder die Zeitschrift test der Stiftung Warentest.

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2018: In der Druckerei Prinovis wird mit einer Millionenauflage zum letzten Mal der Otto-Katalog gedruckt.

Stadt will Schulen ansiedeln

Nach dem Aus für die Prinovis-Druckerei soll nun auf dem Gelände einerseits ein Schulzentrum entstehen: Auf einer Fläche von rund fünf Hektar will die Stadt Nürnberg bis 2024/2025 eine Berufsbildende Schule, ein Gymnasium und eine Realschule errichten. Die Stadt hat sich mehr als die Hälfte der Druckerei-Fläche dafür gesichert.

Investor plant Gewerbestandort

Der übrige Teil der Fläche soll durch einen privaten Investor zu einem Gewerbestandort werden. Der Schwerpunkt soll dabei auf der Hightech-Branche liegen, als Ergänzung zur neuen Technischen Universität, die in der Nachbarschaft entsteht.

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Blick auf das Werksgelände der Druckerei Prinovis in Nürnberg-Langwasser.

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