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Bischof Walter Mixa
© picture-alliance/dpa
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Bischof Walter Mixa

Er habe vor gut einem Monat eine Einladung des Augsburger Landtagsabgeordneten und Stadtrats Markus Bayerbach erhalten, bestätigte Mixa auf Anfrage der KNA. Er habe aber "nicht gewusst, dass der ein AfD-Mann ist". Er werde den von Bayerbach für kommende Woche angekündigten Vortrag über Islamisierung und Christentum nicht halten, so Mixa.

Der emeritierte Augsburger Bischof fügte hinzu, er habe inzwischen noch andere Einladungen der AfD erhalten, unter anderem aus Hamburg. Auch diesen werde er nicht folgen. Im Januar hatte er noch bei einer Veranstaltung der AfD in Stuttgart über Islam und Moscheebau gesprochen.

Kritik von Kirche und Politik

Die Berichte über den in Augsburg geplanten Auftritt zwei Tage vor der Europawahl hatten umgehend in sozialen Netzwerken für Kritik gesorgt. Der bayerische Grünen-Landtagsabgeordnete Camal Bozoglu etwa twitterte, Mixa werde mit seinem Vortrag Teil der AfD-Propaganda.

Die Augsburger Diözesanleitung distanzierte sich am Montag in einer schriftlichen Stellungnahme. Bischof Konrad Zdarsa werde seinen Vorgänger schriftlich auffordern, bei der Veranstaltung nicht aufzutreten. Mixa sei offenbar nicht bewusst, "dass er mit seinem Verhalten bei vielen Menschen, insbesondere auch bei zahlreichen Gläubigen, große Verärgerung verursacht und damit dem Bistum Augsburg und der Kirche insgesamt schweren Schaden zufügt".

Absage angeblich unabhängig von Kritik

Mixa sagte, dass seine Absage unabhängig von der Kritik der Kirche erfolge. Der aus Oberschlesien stammende Geistliche war von 1996 bis 2005 Bischof in Eichstätt und wechselte dann nach Augsburg. 2010 wurde er nach Prügel- und Veruntreuungsvorwürfen zum Rücktritt gedrängt. Diese Vorwürfe wurden nie vollständig aufgeklärt. Seither lebt er meist zurückgezogen im Bistum Eichstätt.