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Frost in der Fränkischen Schweiz: Sorgen um Kirschernte | BR24

© FrankenTourismus/FRS/Hub

Kirschblüte in der Fränkischen Schweiz

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    Frost in der Fränkischen Schweiz: Sorgen um Kirschernte

    Die Kirschernte in der Fränkischen Schweiz könnte heuer geringer ausfallen als sonst. Die Obstbauern rechnen wegen des Spätfrosts mit Verlusten bis zu 80 Prozent.

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    Die Obstbauern in der Fränkischen Schweiz rechnen heuer mit Ausfällen bei der Kirschernte. "Der Ertrag ist sehr, sehr schlecht", zeigt sich Hans Schilling, Fachberater für Obstbau im Landkreis Forchheim, pessimistisch. "Der Spätfrost hat einen Großteil der Kirschen erwischt." Ab Juni wird geerntet, doch an vielen Bäumen seien nur noch erfrorene, schwarze Früchte zu finden.

    Preissteigerungen bei Kirschen erwartet

    Die Erntemenge in der Fränkischen Schweiz schwankt wegen der Witterungseinflüsse von Jahr zu Jahr stark. In schlechten Jahren kommen die Bauern gerade einmal auf 1.000 Tonnen, in guten Jahren sind es bis zu 8.000. Im Schnitt sind es zwischen 1.500 bis 2.000 Tonnen Kirschen. Doch für das Erntejahr 2020 sieht Kreisfachberater Schilling besonders schwarz; er rechnet nur mit 20 bis 30 Prozent der üblichen Menge: "Der Preis wird auf jeden Fall in die Höhe gehen", so Schilling.

    "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den letzten 20 Jahren jemals so wenig Obst hatten." Hans Schilling, Fachberater für Obstbau im Landkreis Forchheim

    Thomas Riehl vom Verein Fränkische Obstbauern erwartet immerhin Verluste von etwa 30 Prozent. Nach Frostnächten Ende März, Anfang April hätten viele Früchte die Eisheiligen Mitte Mai nicht mehr überstanden. "Es gibt aber schon Kirschen dieses Jahr", versicherte Riehl.

    "Wir können Kirschen liefern"

    Die Fränkische Schweiz gilt mit mehr als 200.000 Kirschbäumen auf 2.500 Hektar als eines der größten zusammenhängenden Kirschanbaugebiete Europas. Durch das große Einzugsgebiet lassen sich die Frostschäden an einigen Bäumen kompensieren, so die Einschätzung von Tina Weishaupt, die als Geschäftsführerin von Franken Obst im Auftrag von drei Obstbaugenossenschaften Kirschen, Beeren und Zwetschgen aus der Region vermarktet. "Es wird keinerlei Engpässe geben", verspricht Weishaupt. "Wir können Kirschen liefern."

    Frost 2017, Dürre 2018

    Zuletzt 2017 war es wegen Frosts zu schweren Ernteeinbußen gekommen. Damals hatten viele Bäume ungewöhnlich früh geblüht, bis zu 80 Prozent der Blüten waren erfroren. Auch das besonders trockene Jahr 2018 hat seine Spuren in der Fränkischen Schweiz hinterlassen. Viele Bäume hatten die Dürre nicht überlebt oder mussten stark beschnitten werden.

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