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Bildrechte: BR/Christine Schlech

Das Dominikus-Ringeisen-Werk hatte eine ganz besondere Idee für Fronleichnam: Der Pfarrer fährt mit einer Kutsche zu den Wohngruppen

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    Fronleichnam in Schwaben: Kutsche statt Prozession

    Fronleichnamsprozessionen gibt es in Schwaben wohl nicht. Das Bistum Augsburg verbietet sie zwar nicht, die Corona-Regeln machen Prozessionen aber schwierig. Eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung begeht Fronleichnam deshalb in einer Kutsche.

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    Von
    • Beate Mangold
    • Roswitha Polaschek

    Fronleichnam steht auch 2021 noch im Zeichen der Corona-Pandemie. Prozessionen finden meist keine statt, das gilt auch im Dominikus-Ringeisen-Werk. Das Werk betreut und fördert Menschen mit Behinderungen. Peter Betscher, Pastoralreferent am Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg, hat sich für die Bewohner dort aber etwas einfallen lassen: Fronleichnam findet nun in der Kutsche statt.

    Das andere Fronleichnam: Eine Kutschenfahrt zu den Menschen mit Behinderung

    Laut Betscher wird der Tag mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Florian beginnen. Diesen werden wegen der Corona-Bestimmungen aber die meisten Bewohner des Dominikus-Ringeisen-Werks nicht besuchen können. Deshalb wird Betscher nach dem Gottesdienst gemeinsam mit dem Priester eine Kutsche besteigen für eine Tour zu den verschiedenen Wohn-Einrichtungen.

    Zwei kleine Ponys werden die Kutsche ziehen und die beiden mit der Monstranz zu den Einrichtungen bringen. Die einzelnen Wohngruppen haben im Vorfeld extra Blumenteppiche ausgelegt.

    Kleine Fronleichnamsfeiern in jeder Wohngruppe

    Vor Ort findet dann jeweils eine kleine Feier statt, die die Bewohner entweder vom Balkon aus, oder unter Einhaltung der Abstandsregeln im Freien miterleben können. Es sei eine spontane Idee gewesen, so Betscher. Er sei gespannt, wie die Aktion ankommen werde, aber er wisse, dass sich die Bewohner darüber freuten, dass wieder etwas passiere. Einzig das Wetter muss mitspielen, damit die Kutschfahrt stattfinden kann.

    Bistum Augsburg verbietet Fronleichnamszüge nicht

    Fronleichnam ist auch in diesem Jahr wieder geprägt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vielerorts finden zwar Gottesdienste statt, große Prozessionen wird es aber wie 2020 nicht geben.

    Eine förmliche Anordnung, die Prozessionen abzusagen, gab es von Seiten des Bistums Augsburg allerdings nicht. Fronleichnamsprozessionen seien nicht verboten, da es sich laut Bayerischer Staatsregierung dabei um Veranstaltungen handle, die von der Religionsfreiheit geschützt seien, so das Bistum.

    Prozessionen kaum mit Corona-Regeln vereinbar

    Allerdings müssten dabei die Corona-Vorgaben eingehalten werden, also etwa das Verbot von Gemeindegesang oder der Mindestabstand. Außerdem wären nicht mehr als 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zugelassen, da die Veranstaltung laut Regierung nicht den Charakter einer Großveranstaltung erreichen dürfe.

    Auch aufgrund dieser Regelungen habe das Bistum die Pfarreien darum gebeten, im Besonderen bei den Prozessionen zu überlegen, ob diese wirklich sinnvoll organisiert und durchgeführt werden könnten, heißt es vom Bistum Augsburg. Allein schon wegen der vorgegebenen Maximal-Teilnehmerzahl stoße man vielerorts an Grenzen.

    Bischof Bertram Meier wird Stadt Augsburg segnen

    Mit den geltenden Abstandsregeln ergebe sich bei 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen eine Gesamtlänge der Prozession von etwa 300 Metern. Dies stelle den erforderlichen Ordnungsdienst vor sehr hohe Herausforderungen. Außerdem sei das Zusammenkommen der Gläubigen an den Stationen nahezu unmöglich.

    Auch im Augsburger Dom wird an Fronleichnam keine Prozession stattfinden, so das Bistum. Bischof Bertram Meier wird, wie im letzten Jahr, am Ende des Gottesdienstes mit dem liturgischen Dienst ins Freie treten und die Stadt mit der Monstranz segnen.

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