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Friseure im Lockdown: Schwarzarbeit im Keller? | BR24

© BR/Rudolf Heinz

Friseursalons und Kosmetikstudios sind wegen Corona seit Wochen geschlossen. Dennoch werden Kunden offenbar weiterbedient - im Keller, der Küche oder im Wohnzimmer. Die Polizei tut sich schwer.

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Friseure im Lockdown: Schwarzarbeit im Keller?

Friseursalons und Kosmetikstudios sind wegen Corona seit Wochen geschlossen. Dennoch werden Kunden offenbar weiterbedient - im Keller, der Küche oder im Wohnzimmer. Die Polizei tut sich schwer.

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Von
  • Rudolf Heinz
  • BR24 Redaktion

Den Friseurtermin im Keller, die neuen Fingernägel in der Küche: Offiziell sind Friseursalons und Kosmetikstudios wegen des Lockdowns seit Wochen geschlossen, doch das hält wohl einige nicht davon ab, ihr Handwerk trotzdem auszuüben. Dass die Hygienestandards dabei nicht eingehalten werden – selbsterklärend.

Polizei tut sich schwer, Kellerfriseure zu schnappen

Seit Mitte Dezember ist auch der Salon von Friseurmeisterin Elisabeth Würz aus Neumarkt in der Oberpfalz coronabedingt zu. Für sie sind die Friseure im Untergrund ein Ärgernis. „Wir müssen die Scheren stillhalten und da draußen in den Kämmerchen und im Keller wird heiß gearbeitet. Das darf nicht sein“, sagt sie. Auch die Polizei weiß davon, doch sie tut sich schwer, die sogenannten Kellerfriseure aufzudecken.

Geldangebote im dreistelligen Bereich

Würz kennt die lukrativen Geldangebote der Kunden, die unbedingt einen Termin haben wollen. Besonders schlimm sei es kurz vor der Schließung Mitte Dezember gewesen. „Im dreistelligen Bereich werden uns da Zahlen genannt - wenn wir sie noch drannehmen oder auch nach Hause kommen“, so Würz. Doch die Friseurin sagt, sie habe alle Angebote abgelehnt.Auch Alexander Stahl, der Geschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, verurteilt jedes Mitglied, das illegal zu Hause im Keller arbeitet und mahnt: „Es geht jetzt halt nicht. Zum Wohle aller, muss sich jeder daranhalten."

Schnelles Handeln der Politik gefordert

Elisabeth Würz hofft, dass ihre Zunft sobald als möglich wieder arbeiten darf. In ihren Augen haben die Friseure vor dem Lockdown alles dafür getan, die vorgeschriebenen Hygieneregeln umzusetzen: "Es gab keine Probleme. Wir haben sogar Sachen angeschafft, um Bürsten zu desinfizieren." Würz befürchtet, dass es nach der Corona-Pandemie weniger Handwerksbetriebe geben wird, wenn die Politik nicht schnell reagiert.

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