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Friseure, Gärtnereien, Baumärkte wieder offen – Lage entspannt | BR24

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Bei den Baumärkten und Gartencentern in Bayern hatte man sich auf einen Ansturm eingerichtet. Bishre sieht es aber ruhig aus. Reichlich zu tun haben heute viele Friseure - bei den meisten platzen die Terminkalender aus allen Nähten.

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Friseure, Gärtnereien, Baumärkte wieder offen – Lage entspannt

Bei den Baumärkten und Gartencentern in Bayern hatte man sich auf einen Ansturm eingerichtet. Bisher sieht es aber ruhig aus. Reichlich zu tun haben heute viele Friseure – bei den meisten platzen die Terminkalender aus allen Nähten.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Tobias Burkert
  • Zara Kroiß
  • Christoph Scheule
  • Birgit Grundner

Viele Friseure hatten entgegen ihrer Gewohnheit auch schon heute, am Montag, ihre Salons geöffnet. So auch die Leinburger Friseurmeisterin Sonja Fischer. Ihre erste Kundin hatte sie bereits auf fünf Uhr morgens bestellt. Rund 50 Personen will sie an diesem ersten Tag nach dem Lockdown mit ihrem Team versorgen. Geschlafen habe sie in der Nacht auf Montag eigentlich gar nicht, das Adrenalin aber reiche aus, bis heute Nacht den Laden offen zu lassen.

Neue Konzepte zum Abstandhalten beim Friseur

Die Kunden müssen ein wenig Geduld mitbringen: Die Abstandsregeln erfordern, dass der ein oder andere auch mal ein paar Minuten vor der Tür warten muss, bis er seine Personalien zur Anmeldung im Salon eintragen kann.

Die Kundschaft zeigt Verständnis und ist vor allem froh, nach so langer Zeit endlich wieder die Haare geschnitten zu bekommen. "Es sei ein Stück Freiheit und Lebensqualität, die wir zurückbekämen", sagt ein Herr, Ende 40, der sich gerade den Nacken ausrasieren lässt. Ein Student will den ersten Friseurtermin nach Monaten gleich zum Anlass nehmen für einen neuen Look. Eine Dauerwelle soll es werden, dafür habe er auch genügend Zeit im Gepäck. Die meisten Kunden aber wollen schlichtweg einen ordentlichen Schnitt und zum Teil auch ihre grauen Haare abdecken.

Sonja Fischer schneidet auf zwei Ebenen, sie hat im Souterrain ihres Salons einen weiteren Frisierplatz eingerichtet, um alle nötigen Abstände einzuhalten. Die Bayreuther Friseurin Sandra Schrödel beispielsweise ist zusätzlich auf einen Pop-Up-Salon ausgewichen, um mehr Platz für ihre Kunden zu haben.

Baumarkt in Kempten: Nur wenige Kunden

Die Wiedereröffnung der Baumärkte hat in Kempten im Allgäu am Morgen nicht für lange Schlangen oder gar Chaos gesorgt. Bei Minustemperaturen warteten nur wenige vor der Eingangstür, die meisten Kunden blieben bis unmittelbar vor Geschäftsöffnung um 7 Uhr lieber in ihren Autos. Einige kamen aber von weiter her.

Ein Ehepaar aus Oy-Mittelberg (Oberallgäu) hat sich die Einkaufsliste aufgeteilt. Während die Gattin "alles für den Garten" braucht, wird sich der Ehemann in der Sanitärabteilung umschauen. Zu Hause wird nun nämlich das Bad renoviert. Bei den anderen Kunden standen Regalbretter, ebenfalls Gartenpflanzen oder Farben auf dem Zettel.

Auch andernorts, zum Beispiel in München, ist die Lage in den Baumärkten offenbar entspannt.

Gärtnerei: Kunden nutzten viel Click & Collect

In Regensburg gab es bislang noch keine Berichte über einen Ansturm bei Gärtnereien, so auch nicht bei der Gärtnerei Bendler. Zur Wiedereröffnung um 9 Uhr warteten gerade mal drei Kunden vor der Gärtnerei. Inhaberin Monika Roth ist der Meinung, der ausbleibende Andrang könne daran liegen, dass in den letzten Wochen viele Ihrer Kunden über Click and Collect bestellt hätten, aus Angst, sich beim ersten großen Ansturm anzustecken.

Leute "hungrig" auf Farbe und Deko

Obwohl die Gartensaison erst "so richtig ab dem 15. März" losgeht, seien die Leute mittlerweile hungrig auf Farbe und Dekoration, stellt Roth fest. Das bestätigen auch die Kunden der Gärtnerei. Diese freuten sich am Vormittag über die Wiederöffnung und kauften Blumen für Balkon und Garten. Angst vor einer Ansteckung habe hier keiner, da die Gärtnerei über ein gutes Hygienekonzept verfüge und die Leute aufeinander Rücksicht nehmen würden, erzählt eine ältere Kundin.

Gerade jetzt, in der Frühlingssaison, befänden sich Gärtnereien in den größten und wichtigsten Verkaufswochen. Roth hofft deshalb, dass Gärtnereien – vor allem vor Mai – nicht wieder schließen müssen: "Da darf man gar nicht zu viel drüber nachdenken, weil man die Kraft jetzt braucht für den jetzigen Alltag. Aber das wäre dann wirklich nochmal ein herber Einschnitt."

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Lange Zeit ohne Friseur, lange Haare – BR-Reporterin Birgit Grundner war eine der Glücklichen, die heute einen Termin bekommen haben

Lockerungen: Friseure, Baumärkte und Gärtnereien wieder offen

Nach zweieinhalb Monaten Corona-bedingter Schließung durften in Bayern heute einige Geschäfte wieder öffnen. Dazu gehören Friseurläden sowie Studios für Maniküre, Pediküre und Kosmetik. Auch Baumärkte, Gärtnereien und Gartencenter konnten wieder Kunden empfangen.

Die Betreiber rechneten mit einem großen Andrang. Um Ansteckungen zu vermeiden, gelten strenge Hygiene-Konzepte. So ist auf einer Fläche von 800 Quadratmetern höchstens ein Kunde pro zehn Quadratmeter erlaubt, in größere Geschäfte darf nur ein Kunde pro 20 Quadratmeter. Manche Läden sind noch strenger. Die meisten Märkte setzen zudem auf Einbahnregelungen.

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Bau- und Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden sind seit heute wieder auf. Über Benachteiligung klagen deswegen Geschäfte, die noch nicht öffnen dürfen, wie etwa für Mode, Geschenke oder Elektronik.

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