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Friedliche Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Nürnberg | BR24

© BR/Jonas Miller

Kundgebung an der Nürnberger Meistersingerhalle gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung.

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    Friedliche Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Nürnberg

    Die Protest-Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen und eine Gegen-Kundgebung verliefen am Samstag in Nürnberg ruhig, so die Polizei. Beamte kontrollierten, dass die Zahl der angemeldeten Teilnehmer nicht überschritten wurde.

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    In vielen Städten in Bayern wurde heute gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestiert. Fünf Kundgebungen waren am Nachmittag in Nürnberg angemeldet. Drei davon wurden an der Meistersingerhalle abgehalten. Dort hatten die Initiativen "Netzwerk Impfentscheid" und "Lesen für die Demokratie" zu Protesten aufgerufen. Dagegen wiederum protestierte das "Bündnis Nazistopp" ebenfalls an der Meistersingerhalle.

    Einlassstopp verhängt

    Die Kundgebung der Corona-Maßnahmen-Gegner war von den Behörden aufgrund des Infektionschutzes auf 500 Personen begrenzt worden und für 15.30 Uhr angemeldet. Doch schon 45 Minuten vor dem Beginn befanden sich laut Polizeiangaben 568 Demonstrationsteilnehmer auf dem Kundgebungsplatz. Die Polizei verhängte daher einen Einlassstopp zur Kundgebung und wies Demonstranten ab, was diese mit "Buh"-Rufen quittierten, genau wie die Aufforderung zur Einhaltung des Mindestabstands.

    Teilnehmer mit unterschiedlichem Hintergrund

    Bei den Demonstranten handelte es sich um Kritiker der Corona-Maßnahmen, deren politische Agenda größtenteils auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Darunter befinden sich laut BR-Recherchen aber unter auch Verschwörungstheoretiker, Impfgegner, Corona-Leugner und Rechtsextreme.

    Im Anschluss an die Kundgebung an der Meistersingerhalle lief ein Großteil der Demonstranten zur nächsten Kundgebung an der Wöhrder Wiese. Die Polizei forderte die Teilnehmer mit Durchsagen auf, in kleinen Gruppen den Ort zu verlassen. Einige Demonstranten stimmten daraufhin "Diktatur"-Sprechchöre an. Es kam zu unübersichtlichen Szenen, bei der Demonstranten die Polizeikräfte verbal angingen.

    © BR

    Nach Angaben der Polizei verliefen die Kundgebungen an der Meistersingerhalle friedlich

    Polizei unterbindet Spontanaufzug

    Zahlreiche Teilnehmer bewegten sich mit ihren Schildern Richtung Wöhrder Wiese. Die Polizei forderte die Teilnehmer daraufhin – auch über soziale Netzwerke – auf, keinen Demonstrationszug zu bilden. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb die Polizei: "Bitte unterlasst das Weiterziehen mit Transparenten. Dies ist ein Spontanaufzug. Unsere Kollegen fordern euch über Lautsprecher auf, nicht weiterzugehen." Schließlich vermeldete die Polizei, die Kundgebung hätte sich friedlich aufgelöst.

    Insgesamt ruhiger Verlauf

    Kurz darauf begann die Kundgebung des Vereins für die "Stärkung und Unantastbarkeit des Grundgesetzes" an der Wöhrder Wiese. Dort hatten sich laut Polizeiangaben 200 Menschen versammelt. Um das abgesperrte Versammlungselände herum zählte die Polizei 400 weitere Menschen. Auch diese Kundgebung richtete sich gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Ein Redner rief unter Applaus der Teilnehmer "Liebe Bundesregierung, wir sind nicht mehr euer Volk, ab jetzt sind wir Freiheitskämpfer".

    Laut eines Polizeisprechers verlief die Kundgebung aber völlig friedlich. Die Polizei spricht insgesamt von einem ruhigen Versammlungsgeschehen aller Kundgebungen in Nürnberg. Zehn Platzverweise wurden demnach ausgesprochen, Festnahmen gab es keine.

    Ebenso friedlich war nach Angaben der Polizei die erste der angemeldeten Versammlungen, eine "Meditation für den Erhalt der Grundrechte" im Marienbergpark verlaufen, die laut Polizei ohne Vorkommnisse beendet wurde. Die Polizei war mit einem starken Aufgebot bei den Kundgebungen präsent.

    Nachdem vergangene Woche eine Kundgebung vor der Lorenzkirche von 2.000 Teilnehmern besucht wurde, hatte das Ordnungsamt die für Samstag angemeldeten Versammlungen aus der Innenstadt verlegt und strikte Sicherheitsmaßnahmen auferlegt.

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