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Friedberger Krankenhaus: Politiker mahnen Zurückhaltung an | BR24

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Nach der BR-Berichterstattung über das Friedberger Krankenhaus warnen Politiker vor voreiligen Konsequenzen

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    Friedberger Krankenhaus: Politiker mahnen Zurückhaltung an

    Ein Bericht des Landesamts für Gesundheit wirft dem Friedberger Krankenhaus laut BR-Recherchen massive Versäumnisse vor. Dort sollen sich Menschen mit Corona infiziert haben, einige von ihnen sind gestorben. Politiker warnen vor voreiligen Schlüssen.

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    Von
    • Roswitha Polaschek

    Nach der Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks über mögliche Missstände im Friedberger Krankenhaus haben der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko (CSU) und die Bürgermeister von Friedberg und Aichach, Roland Eichmann, und Klaus Habermann (beide SPD) auf Facebook folgenden Appell an "alle Beteiligten" geschickt: "Keine Vorurteile, Konsequenzen sind zu ziehen, wenn ein abschließendes Bild vorliegt".

    Politiker: Beurteilung über das Krankenhaus aktuell nicht möglich

    Laut dem Schreiben der Politiker ist eine Meinungsbildung zum Thema aktuell nicht möglich, da der Zwischenbericht der Task Force des Landesamts für Gesundheit, auf den sich die BR-Berichterstattung bezieht, weder dem Landkreis noch dem Krankenhaus vorliegt: "Insbesondere der Versuch, die Berichte für Wahlkampfzwecke zu instrumentalisieren, lehnen wir als verantwortungslos ab."

    Vollständige Aufklärung der Vorgänge in Friedberger Klinik gefordert

    In der Medieninformation auf Facebook heißt es außerdem: "Für die Unterzeichner steht an oberster Stelle, dass das Geschehen vollständig aufgeklärt werden muss. Das ist aber eine Selbstverständlichkeit, die auch von allen Beteiligten so gesehen wird." Die Verfasser der Mitteilung sehen "den dringenden Bedarf, dass die Verantwortlichen im Landesamt, in der Klinikleitung und im örtlichen Gesundheitsamt den zuständigen Werkausschuss im Kreistag möglichst kurzfristig Rede und Antwort stehen über den Stand. Die bereits dahingehend ergriffene Initiative des Landtags unterstützen wir."

    BR berichtet über mutmaßliche Versäumnisse im Friedberger Krankenhaus

    Der BR hat am 24. Februar 2021 exklusiv über einen Zwischenbericht der Taskforce des Landesamts für Gesundheit berichtet, nachdem sieben Menschen gestorben waren, die sich wohl im Friedberger Krankenhaus angesteckt hatten. In dem Bericht, der dem BR vorliegt, heißt es, im Krankenhaus bestehe "keine gesetzeskonforme Überwachung nosokomialer Infektionen", also von Infektionen, bei denen sich Patienten oder Mitarbeiter im Krankenhaus mit Corona infiziert haben.

    Der Bericht schildert unter anderem, dass der Task Force bei einem Besuch Ende Januar "keine genauen Daten durch die Klinikhygiene" geliefert werden konnten. Die Hygienefachkraft, die dauerhaft in der Klinik angestellt ist, sei mit der Situation nach eigener Aussage überfordert, so der Zwischenbericht.

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